Görlitz, 27.05.2025. Mehr als 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten am 24. Mai 2025 die Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur fachlichen Information bei der dritten Patientenveranstaltung der MS-Spezialambulanz des Städtischen Klinikums Görlitz. Die Veranstaltung richtete sich an Menschen mit Multipler Sklerose (MS) sowie deren Angehörige.
Dr. Kersten Guthke, Chefarzt der Klinik für Neurologie, eröffnete die Veranstaltung mit einem Vortrag zu aktuellen Erkenntnissen zur Entstehung der MS sowie zu modernen Strategien der Therapieüberwachung. Im Anschluss beleuchtete MS-Nurse Annett Kirf, wie Angehörige wirksam in die Betreuung eingebunden werden können – ein Thema, das auf großes Interesse stieß. Ein weiterer Höhepunkt war der Beitrag von Mechthild Guthke zur Aromapflege bei MS. Der anschließende Praxisteil wurde sehr interaktiv gestaltet und lud die Teilnehmenden zum Mitmachen ein: Angehörige konnten mithilfe spezieller Simulationsbrillen und Alltagshilfen selbst erleben, welche Einschränkungen MS mit sich bringen kann („GERT“-Simulation), während die betroffenen Patientinnen und Patienten beim kreativen Malen eigene Ausdrucksformen finden konnten.
Zertifiziertes MS-Schwerpunktzentrum – eines von vier in Sachsen
Die Klinik für Neurologie ist seit Januar 2024 als MS-Schwerpunktzentrum durch die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) anerkannt – eines von nur vier in Sachsen. Die Zertifizierung bestätigt eine hohe Versorgungsqualität und setzt unter anderem eine jährliche Mindestanzahl von 400 behandelten Patient:innen voraus. Die MS-Ambulanz besteht bereits seit 2008 und bietet eine individuelle, leitlinienbasierte Therapie in allen Krankheitsphasen. Ein besonderes Merkmal ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit, etwa mit der Urologie, Kardiologie, Radiologie oder Augenheilkunde. Auch spezialisierte Pflege ist fester Bestandteil des Konzepts: MS-Nurse Annett Kirf begleitet die Patient:innen durch den Alltag, unterstützt bei praktischen Fragen und erklärt Therapien verständlich.
Therapievielfalt und Beteiligung an Forschung
Zum Spektrum der Ambulanz zählen Schubtherapien – auch mittels Plasmapherese –, immunmodulatorische Behandlungen, Eskalationstherapien mit hochwirksamen Medikamenten und symptomorientierte Maßnahmen. Stationäre Behandlungen bei schweren Schüben oder komplexen Verläufen sind ebenso möglich. Zudem nimmt die Klinik regelmäßig an Studien teil und ermöglicht damit Zugang zu innovativen Therapieansätzen.
Die Versorgung von Menschen mit MS am Klinikum Görlitz vereint medizinische Expertise und menschliche Begleitung. Angehörige sind aktiv in das Versorgungskonzept eingebunden. Veranstaltungen wie der MS-Tag fördern Austausch, Wissenstransfer und Vernetzung.
