Görlitz, 10.11.2025. Am 17. November lädt das Klinikum zu einer tollen Aktion ein: Zum internationalen Weltfrühgeborenentag möchte die Neonatologie auf die besondere Situation von Frühgeborenen aufmerksam machen: Um 14:30 Uhr lassen Mitarbeitende, Eltern und Besucher:innen lilafarbene Heliumballons mit Wunschkarten vor der Kinderklinik in den Himmel steigen – als Symbol für Hoffnung und Stärke.
In den Tagen zuvor liegen im Klinikum Wunschkarten aus, auf denen Besucher:innen ihre Gedanken, Wünsche oder Erinnerungen an eigene Frühchen notieren können. Unterstützt wird die Aktion von der Berufsfeuerwehr Görlitz, die mit ihrer Drehleiter vor Ort sein wird – ein schönes Symbol dafür, dass bei beiden Einsätzen oft jede Minute zählt. Denn auch Frühgeborene brauchen schnelle und präzise Hilfe, wenn sie zu früh ins Leben starten.
Die Neonatologie des Klinikums ist als Perinatalzentrum Level 3 eingestuft und auf die Versorgung von Kindern ab der 32. SSW und einem Geburtsgewicht ab 1500 Gramm spezialisiert. Bis Ende Oktober 2025 kamen hier 40 Frühgeborene zur Welt, darunter vier Zwillingspaare. Das kleinste Kind wurde in der 33+4. Woche geboren und wog 1640 Gramm. Im Jahr 2024 waren es 51 Frühgeborene (acht Zwillingspaare), im Jahr 2023 30 (zwei Zwillingspaare). „Wir trainieren regelmäßig die Versorgung auch deutlich früher geborener Kinder und arbeiten dabei eng und über Telemedizin mit dem Team der Universitätsklinik Dresden zusammen. Wenn ein Kind vor der 32. Woche zur Welt kommt, versorgen wir es hier, bis das Dresdner Team eintrifft und die weitere Betreuung übernimmt“, sagt Chefärztin dr. Katalin Müller.
Frühgeborene benötigen in den ersten Lebenstagen häufig Atemhilfe, Wärme im Inkubator und eine Magensonde, bis sie eigenständig trinken und ihre Körpertemperatur halten können. Das Team der Frühchenstation arbeitet nach dem Prinzip des Minimalhandlings – alle pflegerischen und ärztlichen Maßnahmen werden so schonend wie möglich durchgeführt, um Stress zu vermeiden und den kleinen Patient:innen lange Ruhephasen zu ermöglichen. „Babys wird das Leben geschenkt – Frühchen müssen es sich erkämpfen“, sagt Diana Vogt stellvertretend für das Team der Neonatologie. Sie hat diese Aktion gemeinsam mit ihren Kolleginnen ins Leben gerufen. „Wir möchten diesen Tag nutzen, um zu zeigen, wie viel Kraft und Mut in diesen kleinen Menschen steckt.“
