Augenklinik Görlitz erweitert Angebot zur Behandlung des Grünen Stars

Die „Viscokanaloplastik ab interno mit dem OMNI-System“ ist das dritte mikro-invasive OP-Verfahren, das Patienten in Görlitz angeboten wird. Es ist besonders schonend und risikoarm.

Chefarzt Igor Prusiecki im OP: Mikro-invasive Eingriffe erfordern höchste Konzentration. Foto: Katja Pietsch/Klinikum

Görlitz, 02.04.2024. Die Augenklinik des Klinikums Görlitz setzt auf Innovation und Präzision in der Behandlung des Grünen Stars (Glaukom). Mit der Einführung des neuesten Verfahrens, der „Viscokanaloplastik ab interno mit dem OMNI-System“, erweitert die Klinik ihr Spektrum an modernen, schonenden und risikoarmen Eingriffen Behandlung des Grünen Stars.

Der Grüne Star ist eine ernste Erkrankung, die unbehandelt zur Erblindung führen kann. Der Hauptfaktor ist ein erhöhter Augeninnendruck, der den Sehnerv beschädigt. Dieser erhöhte Druck entsteht, wenn die Flüssigkeit (Kammerwasser), die das Auge normalerweise umspült, nicht richtig abfließen kann.

Trotz fortschrittlicher medikamentöser Therapien ist in manchen Fällen ein operativer Eingriff notwendig, um den fortschreitenden Schaden am Sehnerv zu stoppen. Moderne Techniken helfen dabei, die Patienten schonender zu behandeln. Bei diesen sog. mikro-invasiven Eingriffen verwenden die Ärzte winzige Geräte oder Implantate, um den Augeninnendruck bei Glaukom zu senken. Die Görlitzer Augenklinik bietet nun drei dieser hochmodernen Verfahren an.

Bereits im Jahr 2016 führte die Augenklinik des Klinikums Görlitz erfolgreich die „Trabektomie“ ein. Hierbei  wird die Flüssigkeit im Auge über einen kleinen Schnitt in der Hornhaut abgeleitet. Das senkt sanfter den Augendruck, als ältere Verfahren. Im Jahr 2022 erweiterten die Ärzte das Angebot um das Miniject-Verfahren. Bei diesem wird ein kleines Implantat eingesetzt, um den dauerhaft erhöhten Augeninnendruck effektiv zu senken. Das neueste Verfahren wird seit wenigen Tagen angewendet: die „Viscokanaloplastik ab interno mit dem OMNI-System“. Hier wird mittels eines Mikrokatheters der natürliche Abflusskanal des Auges schonend erweitert, um den Flüssigkeitsabfluss zu verbessern. Die natürlichen Abflusswege des Auges bleiben erhalten, was zu einer schnelleren Genesung und weniger Nachsorge führt.

Alle drei mikro-invasiven Eingriffe sind wirksam und risikoarm. Die Patienten erholen sich schneller. Die verschiedenen Verfahren stehen dabei nicht im Wettbewerb zueinander. „Sie ergänzen sich und können je nach individueller Ausgangssituation der Patienten eingesetzt werden“, sagt Chefarzt Igor Prusiecki. Sollte eine Methode nicht den gewünschten Erfolg bringen, besteht die Möglichkeit, auf eine andere Methode umzusteigen, da sie über unterschiedliche Abflussmechanismen den Augeninnendruck senken. Chefarzt Prusiecki betont: „Die Einführung der Viscokanaloplastik ab interno mit dem OMNI-System ist ein weiterer Meilenstein in unserer Bemühung, unseren Patienten modernste und schonendste Behandlungsmethoden anzubieten.“

Die Görlitzer Kompetenz in der mikro-invasiven Glaukombehandlung hat sich herumgesprochen. Das spiegelt sich in den Zahlen wieder: Etwa 450 Patienten mit Grünem Star behandelt das Team mittlerweile jährlich, das sind knapp 25% mehr als noch vor 2020. Die schonenden, innovativen Eingriffe in Görlitz stoßen auf eine große Akzeptanz bei Patienten und Kollegen. Noch in diesem Jahr plant die Augenklinik, eine weitere Methode zur Behandlung weit fortgeschrittener Glaukome einzuführen.

Fakten zur Augenklinik des Klinikums:
Die Klinik für Augenheilkunde bietet fast das gesamte diagnostische und therapeutische Leistungsspektrum an: die operative Versorgung des vorderen Augenabschnitts (u. a. Grauer und Grüner Star), sowie die Glaskörper- und Netzhautchirurgie. Dazu gehört auch die gesamte konservative Retinologie, die Laser- und Kryotherapie der Netzhaut, intravitreale Injektionen, die Schiel- und Lidchirurgie sowie die interdisziplinäre Betreuung akuter und chronischer Augenerkrankungen. Jährlich werden mehr als 1.400 Patienten stationär und ca. 4.400 ambulant behandelt, davon über 2.000 mittels einer operativen Versorgung. Die Patienten kommen aus Görlitz, dem Landkreis, aus Bautzen, Dresden, Berlin, dem Spree-Neiße Kreis und dem Ausland.

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Katja Pietsch, M. A.

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