Burn-out“ ist jetzt offiziell eine Krankheit

Etwa 150 Menschen werden jährlich im Städtischen Klinikum Görlitz behandelt, die auf Grund einer dauerhaften beruflichen Überlastung krank geworden sind.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nun erstmals das „Burn-out“ als Krankheit definiert. Burn-out ist nun per Definition ein Syndrom aufgrund von chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet wird. „Bislang durften wir diese Patienten erst in einem sehr späten Zeitpunkt ihrer Erkrankung behandeln“, sagt Dr. Hans-Martin Rothe, Chefarzt der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Es musste ein Erschöpfungssyndrom diagnostiziert werden, eine Depression vorliegen oder zusätzliche gravierende körperliche Funktionsstörungen. Also deutlich mehr Symptome, als bei einem Burn-out.

 

Hans-Martin Rothe

Dr. med. Hans-Martin Rothe, Chefarzt der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

Dr. Rothe begrüßt die Entscheidung der WHO: „Es ist gut und klärend, das bisher als Erschöpfungssyndrom klassifizierte Bild als krankheitswertiges Burn-out aufzuwerten, wenn die Erschöpfung rein aus der beruflichen Belastung resultiert.“ Noch erscheinen ihm die Kriterien, nach denen Burn-out diagnostiziert wird, allerdings etwas unscharf. Hier gilt es, nachzujustieren.

Durch die Anerkennung des Burn-outs als Krankheit können Ärzte jetzt auch genauer die Ursachen benennen und müssen nicht eine allgemeine Diagnose wählen. Für Dr. Rothe zeigt diese Entscheidung der WHO zudem, welch großen Stellenwert die immense berufliche Belastung in unserer Leistungsgesellschaft für die Gesundheit bzw. das Krankwerden hat. „Insofern enthält diese neue Diagnose auch etwas Gesellschaftskritisches, was die Medizin in unserer Zeit auch benötigt“, sagt er.

 

Görlitz, 28. Mai 2019

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