Klinikum Görlitz braucht und unterstützt Berufspendler:innen

32 Mitarbeiter:innen pendeln täglich über die Deutsch-Polnische Grenze /Vorbereitungen für die Aufnahme von Covid-19-Patient:innen sind weitgehend abgeschlossen

„Wir sind froh, dass Tschechien das Pendeln nun doch erlaubt. Aber die Ausreisesperre für polnische Pendler, die von Donnerstag auf Freitag in Kraft getreten ist, beeinträchtigt uns sehr“, sagt Geschäftsführerin Ulrike Holtzsch. 

32 Mitarbeiter:innen pendeln täglich über die Grenze zwischen Deutschland und Polen. Dazu gehören Ärztinnen, Ärzte, Pflegekräfte sowie Personal anderer Berufsgruppen, die für den Krankenhausbetrieb unverzichtbar sind. Das Klinikum unterstützt die Kolleg:innen bei der Suche nach Unterkünften. Viele Hotels, Pensionen und Ferienwohnungsbesitzer melden sich im Moment mit Angeboten. „Wir klären zudem auch die Auszahlungsmodalitäten für die 40Euro pro Tag, die der Freistaat als Zuschuss in Aussicht gestellt hat“, sagt Personalchefin Ines Hofmann. Das Klinikum hat den Berufspendler:innen zudem Übernachtungsmöglichkeiten im Krankenhaus angeboten.

Es steht noch nicht genau fest, wie viele Ärztinnen, Ärzte, Pflegekräfte bzw. andere polnische Mitarbeiter:innen nach dem Pendelverbot ihren Dienst im Klinikum weiter ausüben. Sie werden schließlich dafür ggf. ihre Partner, Kinder, Eltern für eine längere Zeit nicht mehr sehen können. „Die Entscheidung liegt bei den Beschäftigten. Es werden Stand heute 17 Kolleginnen und Kollegen hier eine vorübergehende Unterkunft in Anspruch nehmen, um uns und die Görlitzer Bevölkerung weiterhin zu unterstützen“, sagt Ines Hofmann. Doch auch wenn sich die meisten darauf eingestellt haben, kann sich diese Situation noch verschärfen. Es ist unklar, wie lange diese Regelung tatsächlich in Kraft ist und wie lange die Kolleg:innen diese Umstände in Kauf nehmen können und wollen. „Wir werden ungeachtet dessen vorerst die komplette medizinische Versorgung, auf alle Fälle für Notfälle, aufrechterhalten und setzen alles daran, mögliche Einschränkungen zu kompensieren. Schwierig wird dies allemal, aber unsere Mitarbeiter aus Tschechien und Polen zeigen den deutschen Kollegen ihre Loyalität Tag für Tag mit ihrem Einsatz“, sagt der Medizinische Direktor, Dr. Eric Hempel. Pflegedirektorin Birgit Bieder ergänzt: „Wir sind sehr froh, dass die sechs polnischen Pflegekräfte uns weiterhin unterstützten und wir gemeinsame Lösungen gefunden haben, auch wenn es für alle sicherlich keine einfache Situation ist“. In den nächsten Tagen wisse man mehr.

Unterdessen sind auch die letzten Vorbereitungen des Klinikums für die Aufnahme von Covid-19-Patient:innen abgeschlossen. Am Montag, dem 30.3., wird das auf dem Klinikumsgelände freistehende Gebäude Haus R als separate Infektionsstation mit 13 (erweiterbar auf 25) Plätzen in Betrieb genommen. Ein medizinisch-pflegerisches Team unter der Leitung eines erfahrenen Chefarztes und einer erfahrenen Stationsleiterin steht bereit. Im Intensivmedizinischen Zentrum stehen insgesamt 20 Plätze mit Beatmungsmöglichkeit zur Verfügung, die kurzfristig auf 24 aufgestockt werden, aber auch gleichzeitig für die Notfallversorgung von allen Schwerstkranken dienen. „Wir haben sämtliche Maßnahmen getroffen, um Covid-19 Patientinnen und Patienten versorgen zu können und dabei weiterhin unsere Patientinnen und Patienten zu behandeln, die eine stationäre Versorgung wegen anderer schwerer Erkrankungen benötigen“, so Ulrike Holtzsch.

„Dass wir diese anspruchsvollen Maßnahmen in so kurzer Zeit konzentriert und zielgerichtet umgesetzt haben, ist eine großartige Gemeinschaftsleistung des ganzen Klinikums. Alle Berufsgruppen packen an und unterstützen das Haus in dieser außergewöhnlichen Situation mit viel Engagement. Das verdient höchsten Respekt, Lob und ein großes Dankeschön“, betont die Geschäftsführerin.

Das Klinikum steht nun gut vorbereitet als Partnerkrankenhaus der „Zentralen Krankenhausleitstelle Corona Dresden/ Ostsachsen“ bereit. Diese Leitstelle wurde am Uniklinikum Dresden vom Freistaat Sachsen eingerichtet.

Derzeit befinden sich zwei Patienten als begründete Verdachtsfälle stationär im Klinikum, deren Testergebnisse noch ausstehen

Görlitz, 27. März 2020.

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