Klinikum Görlitz: Experte lobt Risikomanagement

Das Klinikum hat ein ausgefeiltes klinisches Risikomanagement, um die Sicherheit für Patienten und Personal so hoch wie möglich zu halten. Es wurde jetzt anhand der Geriatrie überprüft.

Fehler können überall und jedem passieren. Wichtig ist, wie man damit umgeht und wie man darauf reagiert. Schon kleine Fehler können in einem Krankenhaus ziemlich schnell zu größeren Schäden für Leib und Leben von Menschen führen. Oft sind es nur Bagatellen oder Unklarheiten bei der Dokumentation oder der Organisation, die den Ausschlag geben. Diese sind, wenn sie rechtzeitig erkannt werden, schnell zu beheben. Doch es gibt auch weitere Risiken, die ohne rechtzeitiges Eingreifen, zu richtigen Problemen werden können. Deshalb ist es wichtig, Vorsorge zu treffen, um das Risiko so gering wie möglich zu halten, und immer aufs Neue zu prüfen, ob es Einzelfehler waren oder wir unser generelles Handeln anpassen müssen.

Ein Experte des Clinotel-Krankenhausverbundes hat jetzt das klinische Risikomanagement und die Patientensicherheit im Städtischen Klinikum Görlitz beispielhaft in der Geriatrischen Klinik überprüft. Der Prüfer hat mit den Teammitgliedern unterschiedlicher Berufsgruppen gesprochen, sich ein Bild auf den Stationen in puncto Patientensicherheit und der Organisation der Abläufe verschafft. Dabei hat er sich u.a. darüber informiert, wie Medikationsfehler verhindert werden, wie umfangreich die Sturzprophylaxe ist, ob regelmäßig Notfalltrainings erfolgen sowie Schulungen, Hygiene- und Arbeitsschutzbelehrungen durchgeführt werden. Wichtig für die Patientensicherheit sind gezielt eingesetzte Verfahren, z.B. Checklisten für die Vorbereitung verschiedener Untersuchungen und die Dokumentationen in der Patientenakte zum Verlauf der Behandlung. Im Ergebnis des umfangreichen Audits hat das Klinikum diese Prüfung erfolgreich bestanden.

Das hat nicht zuletzt mit der frühzeitigen Etablierung des Qualitäts- und Risikomanagements zu tun. Das Städtische Klinikum Görlitz setzt seit Jahren eine Reihe professioneller Instrumente und Verfahren ein, um die Patientensicherheit so hoch wie möglich zu halten. So ist zum Beispiel die korrekte Identifikation eines Patienten ein internationales Sicherheitsziel. Hier hat das Klinikum als zusätzliche Maßnahme bereits vor 14 Jahren ein Patientenidentifikationsarmband eingeführt. Während dies im Görlitzer Klinikum längst Standard ist, führten das viele andere Häuser erst in den vergangenen Jahren ein. Im Jahr 2007 ging ein speziell für das Klinikum konzipiertes Beinahe-Fehler-Meldesystem an den Start. Dieses CIRS-System (Critical Incident Reporting System) wurde ursprünglich für die Luftfahrt entwickelt. Es ist ein computergestütztes Meldesystem für Mitarbeiter, um anonym so genannte „Beinahe-Fehler“ anzuzeigen. Durch die Erfassung und Auswertung von „Beinahe-Zwischenfällen“ können zügig Maßnahmen eingeleitet und Risiken minimiert werden.

Patientensicherheit hat in der Gesundheitsversorgung Priorität. Medizinisches Personal, Versicherer aber auch die Politik legen zunehmend ihr Augenmerk darauf. In der neuen Qualitätsmanagementrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, die seit 2016 gilt, ist die Forderung der Einführung eines klinischen Risikomanagementsystems formuliert. Das klinische Risikomanagement hat zum Ziel, Fehler und Risiken der Patientenversorgung in systematischer Form zu verhindern. Das Risikomanagement ist wesentlicher Bestandteil des Qualitätsmanagements im Klinikum Görlitz. Die Gewährleistung einer hohen Qualität durch die Vielzahl fachlicher Kompetenzen und deren Vernetzung ist eins der vier großen Unternehmensziele des Städtischen Krankenhauses. Die erfolgreiche externe Überprüfung bestätigt dies.

Görlitz, 17. Dezember 2018

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