Klinikum Görlitz ist demenzfreundliches Krankenhaus

Das Städtische Klinikum ist auf die Versorgung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen besonders gut eingestellt.

Menschen mit Demenz brauchen in einem Akutkrankenhaus besondere Aufmerksamkeit. Nicht nur, dass sie krank sind und vielleicht operiert werden müssen; sie sind im Krankenhaus auch noch aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen: ein fremdes  Zimmer, ein fremdes Bett, ungewohntes Essen, ein anderer Tagesablauf und viele fremde Menschen. Für Menschen mit kognitiven Einschränkungen sind die gestörten Abläufe und die ungewohnte Umgebung eine schlimme Situation. Die Demenzerkrankung hat zudem einen enormen Einfluss auf die „normale“ Behandlung im Krankenhaus.

Das erkannte das Klinikum Görlitz bereits 2013 und setzte sich einen sensiblen Umgang mit demenziell veränderten Menschen zum Ziel. „Unsere Ausrichtung auf die Betreuung von Demenzkranken war eine notwendige Reaktion auf sich verändernde Rahmenbedingungen. Allein schon auf Grund der Demografie erwarteten wir eine Zunahme stationärer Krankenhausaufenthalte von Menschen mit Demenz“, sagt Pflegedirektorin Birgit Bieder, unter deren Leitung das Projekt „Demenzsensibles Krankenhaus“ damals entstand.

Das Bundesministerium hat einen Wegweiser für Demenz herausgegeben, der auch einen „Fragenkatalog demenzfreundliches Krankenhaus“ enthält. Diese 45 Kriterien erfüllt das Klinikum mit wenigen Einschränkungen: Es gibt 34 fortgebildete Demenzbeauftragte auf den Stationen, die im Umgang mit demenzerkrankten Menschen speziell geschult sind. Es wurden Orientierungshilfen geschaffen, um sich besser in der fremden Umgebung zurechtzufinden. Alltagsgegenstände zur Beschäftigung (Demenzboxen) stehen zur Verfügung, die Angehörigen haben die Möglichkeit des RoomingIn und es gibt besondere Maßnahmen und Pflegetherapien (Aromatherapie, Kinästhetik...). Im Jahr 2016 hat das Klinikum sogar eine eigens für diese sensible Aufgabe geschaffene Position, eine Pflegeexpertin für Demenz, mit Mechthild Guthke besetzt. Sie koordiniert zwischen Patienten mit Demenz, Angehörigen, Pflegekräften, Ärzten, Demenzbeauftragten, Stationen und Kliniken sowie allen weiteren beteiligten Bereichen wie der Küche, der Reinigung, dem Wachschutz und dem Patientenversorgungstransport.

„Wir bemühen uns um eine Rundum-Versorgung“, sagt Mechthild Guthke. Diese fängt ganz früh an. So wird bereits bei der Aufnahme ermittelt, ob eine Demenz vorliegt. Ein behutsamer Hinweis auf dem Patientenidentifikationsbändchen hilft dann allen Berufsgruppen bei einem angepassten Umgang. Des Weiteren können die Patienten eine spezielle Demenzkostform erhalten. Bei der Behandlung wird ein besonderes Schmerzmanagement eingesetzt. Ein weiteres Augenmerk liegt derzeit auf einem neuen Überleitungsprotokoll, welches das Klinikum gemeinsam mit der Landesinitiative Demenz in Dresden, den Altenpflegeheimen und den Kurzzeitpflegen in Görlitz erstellt.

Das Klinikum bietet zudem mit der Diagnostik von Demenz in der Neurologie und der Psychiatrie/Gerontopsychiatrie sowie mit der Klinik für Geriatrie sehr gute Bedingungen für die Versorgung von Demenzpatienten. „Unsere konsequente Ausrichtung auf diese spezielle Patientengruppe ist ein Prozess, bei dem wir noch nicht am Ende jedoch bereits sehr weit vorangeschritten sind. Wir wollen unsere Patienten gut versorgen und verhindern, dass sich ihre kognitiven Fähigkeiten verschlechtern“, sagt Mechthild Guthke.

Weitere Informationen: Mit Demenz im Krankenhaus

Flyer: Informationen für Niedergelassene Kollegen,Angehörige und Betroffene

Görlitz, 27. Dezember 2019

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