Klinikum Görlitz kämpft gegen Kindeswohlgefährdung

Klinikärzte, niedergelassene Kinderärzte, Vertreter des Jugendamtes, Hebammen, Psychologen, Sozialpädagogen und Erziehungsberater beraten am 28.2. über Frühe Hilfen beim Kinderschutz.

Geschäftsführerin Ulrike Holtzsch begrüßt die Gäste.

27.02.2018

Wie identifiziert ein Arzt Anzeichen von Kindeswohlgefährdung noch bevor sie anhand von blauen Flecken sichtbar sind? Ist Kindeswohlgefährdung ausschließlich körperliche Gewalt? Woran kann man frühzeitig erkennen, dass Eltern unter enormen Druck stehen, so dass unter Umständen das Kind gefährdet ist? Das sind zentrale Fragen einer Fachveranstaltung am 28.2. im Görlitzer Klinikum. Zu dem Thema: „Verdacht auf Kindeswohlgefährdung in der Praxis – was tun?“ diskutieren Ärzte aus der Klinik, niedergelassene Kinderärzte, Pflegekräfte, Vertreter des Jugendamtes, Erzieher, Sozialpädagogen, Psychologen und Hebammen.

„Wenn es um Kindeswohlgefährdung geht, kann die Hilfe nicht früh genug ansetzen“, sagt Dr. Julia Gottschalk. Die Oberärztin der Görlitzer Kinderklinik hat dieses Symposium gemeinsam mit dem Jugendamt des Landkreises Görlitz, dem Netzwerkbüro Kinderschutz und Frühe Hilfen und dem Projekt „Verstetigung des medizinischen Kinderschutzes in Sachsen“ der TU-Dresden organisiert. „Ziel ist es, gemeinsam ein kreisübergreifendes Netzwerk in Ostsachsen aufzubauen und alle einzubinden, die Kinderschutz angeht“, sagt Julia Gottschalk.  

Je eher die Hilfe ansetzt, desto größer ist die Chance, gefährdeten Kindern zu helfen. Kinderärzte, ob in der Klinik oder in den Niederlassungen, sollten beim Verdacht auf Kindeswohlgefährdung automatisch daran denken, dass es kompetente Ansprechpartner wie Sozialpädagogen oder Erziehungsberater gibt, die präventiv viel leisten können. „Wir möchten zur Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetzes, welches seit 2012 besteht, informieren und aufklären“, sagt Frau Dr. Gottschalk. Das Gesetz beschreibt wichtige Handlungswege und Unterstützungsmaßnahmen für Angehörige der Heilberufe wenn es um Kindeswohlgefährdung geht. Die Teilnehmer des Symposiums diskutieren die Umsetzung dieser gesetzlichen Vorgaben in der Praxis, lernen frühe Hilfe, Netzwerke und Ansprechpartner kennen.