Klinikum stärkt Hilfe für Patienten mit Demenz

Künftig sollen Begleiter für bedürftige Patienten vor und nach einer Operation sowie in der Notaufnahme eingesetzt werden. Interessierte für diese ehrenamtliche Tätigkeit werden gesucht.

Die über 80-Jährigen sind die am schnellsten wachsende Patientengruppe in Krankenhäusern. Ursachen dafür sind die Demografie und der medizinische Fortschritt. Hochbetagte sind für Ärzte und Pflegekräfte jedoch besondere Patienten, vor allem dann, wenn sie bereits an altersbedingten kognitiven Einschränkungen leiden. Für sie ist ein Krankenhausaufenthalt meist ein völliger Ausnahmezustand. Sie sind aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen, sehen viele fremde Gesichter in fremden Zimmern, nehmen fremde Geräusche und Gerüche wahr – und dies alles zusätzlich zu ihrer Erkrankung, wegen der sie in der Klinik sind. Patienten wissen nicht wo sie sind und verlieren das Zeitgefühl. Solch eine Verwirrung, die insbesondere auch nach Operationen eintritt, trägt nicht zur Heilung bei.

Um ihnen zu helfen, möchte das Klinikum Görlitz jetzt Begleitpersonen einsetzen. „Diese ehrenamtlichen Lotsen sollen im Aufwachraum vor und nach einer Operation sowie in der Notaufnahme den Patienten mit kognitiven Einschränkungen zur Seite stehen“, sagt Mechthild Guthke, Pflegeexpertin für Demenz. Sie können die Patienten beruhigen, indem sie die Hand halten, ihnen erklären, was gerade geschieht, Orientierung in Ort, Raum und Zeit geben, zuhören und so dafür sorgen, dass sie den Krankenhausaufenthalt gut überstehen.

Diese ehrenamtliche Begleitung von bedürftigen Patienten ist ein weiterer Baustein zur Unterstützung von Demenzpatienten im Klinikum Görlitz. „Patienten mit kognitiven Einschränkungen brauchen eine besondere, auf ihre Bedürfnisse ausgerichtete Pflege“, sagt Pflegedirektorin Birgit Bieder. Deshalb hat das Klinikum vor Jahren begonnen, sich auf diese spezielle Patientengruppe einzustellen. So gibt es seit 2014 auf allen Stationen Demenzbeauftragte, die im Umgang speziell geschult sind sowie Demenzkoffer mit speziellen Beschäftigungsutensilien für Erkrankte.

Die nun gesuchten Begleiter sollten Interesse und Engagement in diesem Bereich haben und gesund, geduldig sowie belastbar sein, sagt Mechthild Guthke. Sie sollten mindestens 18 Jahre jung sein, idealerweise auch Zeit für dieses Ehrenamt haben. „Die Einsatzzeiten passen wir gern den Möglichkeiten der ehrenamtlichen Begleiter an.“ Für die Tätigkeiten werden sie speziell geschult und auch ausgestattet. Die erste Schulung findet am 4. November 2019 von 10 bis 12 Uhr im Klinikum statt.

Görlitz, 1. Oktober 2019

 

Interessierte melden sich bitte bei:

Mechthild Guthke

Mechthild Guthke

Koordinatorin für Menschen mit Demenz

Telefon
+49 3581 37-3106
E-Mail-Adresse
E-Mail

Birgit Bieder, Dipl. Pflege- und Gesundheitswissenschaftlerin

Pflegedirektorin

Telefon
+49 3581 37-1533
E-Mail-Adresse
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