Neues schonendes OP-Verfahren bei der Versorgung von komplexen Erweiterungen der Bauchschlagader

Ärzte behandeln jetzt auch komplizierte Aortenaneurysmen ohne große Bauchoperation. Für die Patienten ist die Operation weniger schmerzhaft und damit weniger belastend.

10.04.2018 Dr. Marco Krahl, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, hat erstmals ein neues, schonendes Operationsverfahren bei einem Patienten mit einer komplexen Erweiterung der Bauch- und Beckenschlagader angewendet. Der Patient ist wohlauf und konnte schon nach wenigen Tagen wieder nach Hause gehen, als wäre nichts gewesen. Das Besondere an diesem Verfahren ist, dass selbst solche komplizierten Aneurysmen nun ohne eine große Bauchoperation im Görlitzer Klinikum behandelt werden können.

Eine Erweiterung der Bauchschlagader, das Aortenaneurysma, ist immer eine tickende Zeitbombe. Die Hauptgefahr besteht darin, dass es plötzlich platzt und es zur inneren Verblutung kommt. Um ein Aneurysma zu behandeln, setzten Gefäßchirurgen einen so genannten Stent ein. Das ist eine Art Gefäßstütze, die in die Aorta implantiert wird, um sie zu stabilisieren. Längst ist bei einfachen Aneurysmen hierzu oft keine große, offene Bauchoperation mehr nötig. „Wir wenden seit mehr als zehn Jahren die minimal-invasive Technik an und versorgen das Aneurysma über kleine Zugänge in beiden Leisten“, sagt Chefarzt Dr. Marco Krahl. Durchschnittlich sind es etwa zehn derartige minimal-invasive Eingriffe im Jahr, die die Gefäßchirurgen im Städtischen Klinikum durchführen.

Allerdings konnte dieses Verfahren bisher immer dann nicht angewendet werden, wenn das Aneurysma komplexer war und sich auf benachbarte Gefäßabschnitte ausgedehnt hat. Bei diesen komplexen Erweiterungen müssen spezielle Prothesen mit vorgegebenen Löchern für die verschiedenen Arterien implantiert werden. Dieser Eingriff kann nun im Görlitzer Klinikum auch minimal-invasiv durchgeführt werden. „Es braucht viel und jahrelange Erfahrung im Bereich der Gefäßchirurgie und vor allem modernste technische Voraussetzungen, die wir in unserem Schwerpunktkrankenhaus haben“, sagt Dr. Krahl. Die Gefäßchirurgen arbeiten hierbei eng mit den Kollegen aus dem Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie sowie dem Intensivmedizinischen Zentrum zusammen.

Neben der Therapie der Aortenaneurysmen liegt den Gefäßmedizinern des Klinikums die Vorsorge sehr am Herzen. Es kann lebensrettend sein, das Aneurysma rechtzeitig zu erkennen. Deshalb gibt es für Männer und Frauen ab 65 Jahren die Möglichkeit, sich vorsorglich untersuchen zu lassen (Aortenscreening). „Wir empfehlen allen, die in diese Risikogruppe gehören, sich bei ihrem Hausarzt darüber zu informieren“, so Dr. Krahl.

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