Pflegedaten auf Knopfdruck

Seit 2017 digitalisiert das Klinikum Görlitz stufenweise seine Patientenakten. Ab Herbst wird nun auch der Pflegeverlauf elektronisch erfasst und dokumentiert.

Görlitz, 31. Juli 2020. Im Herbst beginnt im Klinikum Görlitz die nächste Stufe auf dem Weg der Digitalisierung der Patientenakte. Im Rahmen einer Pilotphase wird auf drei Stationen des Hauses das so genannte „ergebnisorientierte Pflegeassessment“ (ePA) eingeführt. Mit diesem Modul wird der gesamte Pflegeverlauf übersichtlich, nachvollziehbar und vollständig elektronisch dokumentiert. „Alle wichtigen Informationen zum Patienten sind darin für alle Pflegekräfte einheitlich und aktuell zugänglich“, sagt Pflegedirektorin Birgit Bieder.

Foto: Antje Wittwer, Stationsleitung auf der Neurologie, nutzt am mobilen Computer das neue Modul der elektronischen Patientenakte. (Foto: Paul Glaser)

Die Pflegekräfte stufen bei der Aufnahme den körperlichen und geistigen Allgemeinzustand der Patient:innen ein. Diese Informationen werden in dem neuen Modul elektronisch erfasst: Wie geht es dem Patienten? Was kann er? Wobei benötigt er in welchem Umfang Hilfe? Hat er einen speziellen Versorgungsbedarf? Auf Basis dieser Einschätzung erstellt das ePA einen Pflegeplan, der von den Pflegekräften überprüft und optimiert sowie regelmäßig angepasst wird. Das System ergänzt Fachwissen, Fürsorge und Kompetenz des Personals und unterstützt so den Heilungsverlauf.

Das ergebnisorientierte Pflegeassessment ist eines von mehreren Modulen, aus dem sich die gesamte elektronische Patientenakte (e-Akte) zusammensetzt. Diese wird seit 2017 stufenweise im Klinikum Görlitz eingeführt. Sie ersetzt die Papierakte und enthält alle Befunde und Auskünfte, die zu den Patient:innen des Klinikums erhoben und gespeichert werden. All diese Informationen sind von jedem computergestützten Arbeitsplatz im Klinikum aufrufbar. „Es braucht Zeit, alle Bestandteile einer Patientenakte vollständig zu digitalisieren, die Software zu entwickeln und das Personal im Umgang damit zu schulen“, sagt René Mönnich. Er kümmert sich gemeinsam mit seinem Team in der IT-Abteilung um die stufenweise Einführung der e-Akte. Als gelernter Gesundheits- und Krankenpfleger und Case Manager (Fallbetreuer) bringt er dabei seine Erfahrungen mit ein. „Wir freuen uns, dass wir im Herbst das ergebnisorientierte Pflegeassessment einführen werden, das besonders die Pflegekräfte unterstützt.“

Die Neurologische Station ist eine der drei Teststationen für die Einführung des ePA. Die erfahrene Stationsleitung Antje Wittwer steht der Digitalisierung sehr aufgeschlossen gegenüber. „Wir erhoffen uns eine deutliche Entlastung im Bereich der Dokumentation und damit mehr Zeit für die Patienten“, sagt sie. „Wir haben als Teststation die Möglichkeit, das Modul noch besser an die Bedürfnisse der Pflege und des Personals anzupassen und es zu optimieren, bevor es im gesamten Krankenhaus eingeführt wird“, sagt sie.

 

Zahlen/Fakten:

Für die elektronische Patientenakte hat das Klinikum ca. 500.000 Euro in mobile computergestützte Arbeitsplätze (elektronische Visitenwagen, leistungsfähige Laptops, Barcodescanner) sowie in die Entwicklung und Implementierung verschiedener Software in allen Kliniken und Bereichen investiert. Hinzu kommen Kosten für Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die personelle Betreuung der neuen Softwarelösung im Haus.

 

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