Wenn das "Müssen" zur Qual wird

Die Ursachen für Inkontinenz sind ebenso vielfältig wie die Vorsorge- und Behandlungsmöglichkeiten. Am 20.6. gibt es im Görlitzer Klinikum Informationen aus erster Hand.

Veronika Mann* steht unter großem Leidensdruck. Sie ist Mitte 40, hat ihre Kinder relativ spät bekommen. Die Geburten verliefen unkompliziert, doch seither leidet sie an Blasenschwäche. „Ein einfacher Lachanfall kann schon in einer kleinen Katastrophe enden und ich kann das Wasser nicht halten“ sagt die Görlitzerin. Sie behilft sich mit Einlagen, doch „das kann es nicht sein.“ Seit kurzem geht sie auf Anraten ihrer Gynäkologin zur Physiotherapie. „Hier lernen die Patienten, ihren Beckenbodenmuskel zu trainieren“, sagt Ina Gabriel, Chefin der Physiotherapie am Görlitzer Klinikum. „Glauben Sie mir, das ist gar nicht so einfach, diesen Muskel überhaupt zu spüren“, sagt Veronika Mann. Durch die kurz aufeinanderfolgenden Geburten in Verbindung mit einem ohnehin schwachen Bindegewebe, ist die Funktion ihres Beckenbodenmuskels eingeschränkt. „Das physiotherapeutische Training ist ein guter Ansatz“, sagt Dr. Torsten Nadler, Chefarzt der Frauenklinik. Doch wenn das nicht hilft, gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten. Über diese informiert Dr. Nadler gemeinsam mit seinem Kollegen und Chefarzt der Urologie, Priv.-Doz. Dr. Vladimir Novotny. Denn auch Männer sind von Inkontinenz betroffen. In beiden Kliniken werden modernste Operationsmethoden angewendet, wenn zur Therapie das Training oder Medikamente nicht mehr ausreichen. Zum Beispiel werden bei Frauen Netze oder Bänder zur Stabilisierung des Beckenbodens eingesetzt. Auch Stuhlinkontinenz wird im Görlitzer Klinikum behandelt.

Torsten Nadler

Dr. med. Torsten Nadler

PD Dr. habil. Vladimir Novotny

PD Dr. habil. Vladimir Novotny

„Vor zehn Jahren haben wir am Görlitzer Klinikum das interdisziplinäre Beckenbodenzentrum gegründet“, sagt Dr. Nadler. Gemeinsam kümmern sich Spezialisten aller an der Therapie beteiligten Fachrichtungen um die Patienten. Dafür steht das gesamte Spektrum der im Krankenhaus möglichen Untersuchungen zur Abklärung der Ursachen zur Verfügung: Blut- und Urinuntersuchung, Ultraschall und Blasendruckmessung, Blasen- und Enddarmspiegelung sowie spezielle Röntgen- und Schnittbilddiagnostik.

Vortrag: Gemeinsam für Ihre Kontinenz. 10 Jahre Görlitzer Beckenbodenzentrum. 20.6.2018, 17:30 Uhr, Konferenzzentrum des Städtischen Klinikums Görlitz, Girbigsdorfer Str. 1 – 3 (Neuer Haupteingang). Eintritt frei.

*Name geändert

 

Görlitz, 11. Juni 2018

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