Alkoholabhängigkeit - "7 Fässer Wein können uns nicht gefährlich sein"

Am 11.12. geht es in einem Vortrag im Klinikum um Alkoholsucht. Dr. Daniel J. Bibulowicz erklärt, woran man Abhängigkeit erkennt und was Angehörige und Betroffene tun können.

Ein Gläschen schadet nicht. Das stimmt vielleicht. Wenn es jedoch ohne täglichen Konsum von Alkohol nicht mehr geht, dann wird es gefährlich. Dr. Daniel J. Bibulowicz behandelt viele Patienten auf der Suchtstation im Görlitzer Klinikum. In seinem Vortrag am 11. Dezember erklärt er, was zu viel Alkoholkonsum im Körper anrichtet, welche sozialen Folgen dies hat und vor allem, was Betroffene dagegen tun können. „Für eine Therapie sollte es nie zu spät sein. Entscheidend ist, früh zu handeln. Je länger die Alkoholabhängigkeit dauert, desto schwerer sind die zu erwartenden Folgen wie gesundheitliche Schäden, soziale Isolation, Arbeitslosigkeit, demenzielle Entwicklung und immer weniger Ressourcen, um das Ganze umzudrehen“, sagt der Oberarzt.

Daniel Jozef Bibulowicz

Auch Angehörige sind betroffen. Sie können die Trinkenden auf unterschiedliche Weise zum Ändern des Verhaltens oder zu einer Therapie bewegen. Zum anderen müssen sie aber auch auf sich selber achten und klare Grenzen im Alltag setzen, was nicht immer einfach ist.

Erste therapeutische Maßnahmen können im hausärztlichen Umfeld, einer Suchtberatungsstelle oder einer psychiatrischen Ambulanz stattfinden. Von einem „kalten Entzug“ rät der Experte ganz klar ab. Eine qualifizierte Entgiftung kann mit einer 24-Stunden Betreuung stationär erfolgen. Hier ist Fachpersonal da, um die Entzugserscheinungen zu lindern und Krampfanfälle zu verhindern.

Vortrag „Alkoholabhängigkeit“ – 7 Fässer Wein können uns nicht gefährlich sein. Referent: Dr. Daniel J. Bibulowicz, Oberarzt Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. 11. Dezember, 2020, 17:30 Uhr im Konferenzzentrum. Der Eintritt ist frei.