Suizidgefahr - Was kann man tun?

Etwa 10.000 Menschen nehmen sich in Deutschland pro Jahr das Leben. Sachsen ist das Bundesland mit der höchsten Suizidrate je 100.000 Einwohner.

Am 7. August spricht Privatdozent Dr. Thomas Reuster, Chefarzt der Psychiatrie des Städtischen Klinikums Görlitz, zum Thema Suizidgefahr. Der Vortrag richtet sich an Betroffene, Angehörige und Interessierte. Auch Ärzte und Therapeuten sind eingeladen.

In den letzten zehn Jahren sind die Selbstmordzahlen in Deutschland mit zirka 10.000 Fällen pro Jahr auf einem relativ konstanten Niveau geblieben. Seit Beginn der 80er Jahre hat sich diese Zahl damit nahezu halbiert. Dennoch sterben in Deutschland damit deutlich mehr Menschen durch Suizid als zum Beispiel auf Grund von Verkehrsunfällen, Drogen und HIV zusammen.

In 90 Prozent der Fälle geht einem Selbstmord eine psychische Erkrankung voraus. Menschen mit einer gesunden Psyche sind meistens trotz großer Probleme immer noch in der Lage, Hoffnung zu empfinden. Sie „überleben“ diese für sie schwierige Zeit.
Depressive Menschen hingegen können eher das Gefühl der Ausweglosigkeit empfinden. Sie sehen keine andere Lösung, als sich das Leben zu nehmen, um die für sie unerträgliche Situation zu beenden. Meist glauben sie sogar, damit ihre Familie und Freunde „von sich“ zu entlasten. Genau diese machen sich oft Vorwürfe, dass sie nichts  bemerkt und nicht gehandelt haben. Doch eine solche Tat kündigt sich nicht immer an. „Manche Menschen fassen den Entschluss zur Selbsttötung ganz spontan, andere planen ihn wochenlang, regeln sogar noch Dinge, die ihnen wichtig erscheinen“, sagt Privatdozent Reuster, der in seiner Klinik jährlich circa 400 suizidgefährdete Patienten behandelt.

Thomas Reuster

PD Dr. med. habil. Thomas Reuster

Es gibt durchaus Anzeichen, die Hinweise auf eine Gefährdung geben. „Wenn  Menschen damit drohen, sich das Leben zu nehmen, sollte man das unbedingt ernst nehmen. Es stimmt nicht, dass Menschen, die von Suizid sprechen, sich nichts antun“, so Dr. Reuster. Auch Äußerungen wie „Es ist alles sinnlos“ oder „Irgendwann muss doch mal Schluss sein“, können bei depressiven Menschen auf eine ernste Gefährdung hinweisen.

In seinem Vortrag erläutert der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, wie diese Alarmsignale erkannt werden und was Angehörige, Freunde oder Kollegen dann tun können.

» Vortrag: Suizidgefahr – Was kann man tun? Referent: PD Dr. med. habil. Thomas Reuster, Chefarzt Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Mittwoch, 7. August 2019, 17:30 Uhr, Konferenzzentrum des Städtischen Klinikums. Der Eintritt ist frei.