Die Geriatrie ist das Fachgebiet der Medizin, welches sich auf die Behandlung von akuten und chronischen Erkrankungen im höheren Lebensalter (in der Regel 70 Jahre und älter) spezialisiert hat. Dabei finden neben der akuten Erkrankung vorhandene Begleiterkrankungen und Funktionseinschränkungen genauso Berücksichtigung wie die individuelle Lebenssituation. Mit den optimalen fachlichen und medizintechnischen Voraussetzungen für die Betreuung und Behandlung geriatrischer Patienten sichert das Klinikum Görlitz im Bereich Geriatrie seit über 15 Jahren die hochspezialisierte geriatrische Versorgung im Landkreis Görlitz und darüber hinaus in großen Teilen Ostsachsens.

Geriatrische Patienten sind definiert entweder durch

  • geriatrietypische Multimorbidität und
  • höheres Lebensalter (65 Jahre und älter)

oder durch

  • Alter „80 plus“ (auf Grund der alterstypisch erhöhten Vulnerabilität, z. B. wegen des Auftretens von Komplikationen und Folgeerkrankungen, wegen der Gefahr einer frühen Chronifizierung sowie wegen des erhöhten Risikos eines Verlustes von Autonomie und Alltagsselbständigkeit sind solche hoch betagten Patienten häufig per se als „geriatrische Patienten“ zu sehen)

beispielsweise aufgrund:

  • des Auftretens von Komplikationen und Folgeerkrankungen
  • der Gefahr der Chronifizierung
  • des erhöhten Risikos eines Verlustes der Autonomie mit Verschlechterung des Selbsthilfestatus*

*Definition der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG), Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) und Bundesarbeitsgemeinschaft klinisch-geriatrischer Einrichtungen (BAG).

Häufig auftretende Beschwerdekomplexe im Alter:

  • Einschränkungen der Beweglichkeit
  • Gangstörungen mit Stürzen
  • chronische Schmerzen
  • nachlassende Gedächtnisleistung
  • zunehmende körperliche Schwäche und Gebrechlichkeit
  • Schluckstörungen mit nachfolgender Mangelernährung

Häufig auftretende Krankheitsbilder im Alter:

  • Gefäßerkrankungen (Zustand nach Herzinfarkt, Schlaganfall und PAVK)
  • Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt
  • Stoffwechselstörungen (z. B. Diabetes mellitus)
  • schwere Atemwegsinfekte
  • schwere Infektionen von Nieren und Harnwegen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit Dekompensation (Herzschwäche)
  • akute Schübe degenerativer Erkrankungen des Skelettsystems
  • Schwindel-Sturz-Syndrom
  • Erkrankungen nach Fraktur oder Amputation
  • chronische Schmerzsyndrome
  • Inkontinenz
  • Delir und Demenzabklärung

Eine erfolgreiche und individuelle Therapie setzt die klare, sichere und umfassende Diagnose voraus. Besonders ältere Menschen brauchen eine besondere Diagnostik, denn neben dem Gesundheitszustand spielt auch der Patientenalltag eine wesentliche Rolle bei der Genesung. Die Krankheit und ihre Folgen stehen in enger Wechselwirkung mit der Veränderung des Körpers und Geistes im fortgeschrittenen Alter. Umso wichtiger ist, dass unser Team darauf spezialisiert ist, mehrdimensionale und multiprofessionelle Beurteilungen zu erstellen, um individuell auf diese Aspekte eingehen zu können. Ein spezielles geriatrisches Assessment ermöglicht mittels Tests und Fragebögen eine erste Einschätzung des Gesundheitszustandes.

Unser diagnostisches Leistungsspektrum umfasst:

  • Elektrokardiogramm (EKG); Langzeit-EKG; Belastungs-EKG
  • Langzeit-Blutdruckmessung
  • konventionelle Röntgenuntersuchungen (z.B. von Knochen und der Lunge)
  • Computertomographie (CT)
  • MRT
  • Doppler- und Duplex-Ultraschall der Gefäße
  • Echokardiographie/TEE
  • Ultraschall des Abdomens und der Schilddrüse
  • Gastroskopie/Koloskopie/PEG-Anlage
  • Bronchoskopie, endoskopische Schluckdiagnostik
  • Lungenfunktionsdiagnostik (einschließlich Bodyplethysmographie)
  • neuropsychologische Diagnostik (z.B. Gedächtnis, Sprache)
  • Laboruntersuchungen

Für weiterführende invasive oder spezifische Diagnostik steht das gesamte Leistungsspektrum der Medizinischen Klinik des Städtischen Klinikums Görlitz zur Verfügung.

Die therapeutischen Leistungen basieren auf etablierten Methoden, orientieren sich am jeweiligen Krankheitsbild und den Funktionsstörungen des Patienten. Ziel des ganzheitlich orientierten Behandlungskonzeptes ist es, funktionelle Beeinträchtigungen zu mindern oder sogar zu beheben, um wieder eine weitestgehende Selbständigkeit zu erreichen und damit Pflegebedürftigkeit zu verhindern. Die Entlassung nach Hause in die gewohnte Umgebung mit einer guten Lebensqualität ist das Hauptziel der Behandlung.

  • das therapeutische Spektrum wird durch strukturierte Diabetestherapie, Ernährungsberatung, Schmerztherapie, Wundbehandlung und Angehörigenschulung ergänzt
  • internistisch-geriatrische Akutbehandlung
  • geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung
  • Erarbeiten von Therapiekonzepten, Festlegung des Zeitrahmens und Ergebniskontrolle durch das multidisziplinäre Team in regelmäßigen gemeinsamen Besprechungen
  • das Ärzteteam betreut in sämtlichen medizinischen Angelegenheiten und erstellt den individuellen Therapieplan für den Patienten.
  • bei Bedarf erfolgt eine Ernährungsberatung.
  • frühfunktionelle Therapie nach Operationen bei verzögerter Rekonvaleszenz und schwerer Allgemeinerkrankung
  • intensive Krankengymnastik
  • Ergotherapie
  • Sprachtherapie
  • der Sozialdienst berät und unterstützt in allen sozial-rechtlichen Angelegenheiten, bei Heimanträgen, dem Bedarf häuslicher Krankenpflege und der psychosozialen Beratung
  • Planung der Lebensverhältnisse nach Entlassung (Organisation von ambulanter Pflege, Einrichtung von Hausnotruf-Systemen, Auswahl und Beschaffung von Hilfsmitteln und der Vermittlung von Kurzzeitpflege, Tagespflege oder eines Pflegeheimplatzes) unter Einbeziehung des Hausarztes, der Angehörigen und der sozialen Dienste

Angiologie

Die Krankheiten der Arterien sind vor allem die Folge der sogenannten Arteriosklerose („Arterienverkalkung“) und machen sich oft erst im höheren Alter bemerkbar. Mit der zunehmenden Lebenserwartung in Deutschland steigt der Bedarf an angiologischer Abklärung und Behandlung stetig an. Die Angiologie, d.h. die Gefäßheilkunde, beschäftigt sich mit den Erkrankungen der

  • arteriellen Blutgefäße („Schaufensterkrankheit“, Schlaganfall und sonstige Durch-blutungsstörungen des Gehirns, Aneurysmakrankheit) und Störungen der
  • venösen Blutgefäße (zum Beispiel in Form von Krampfadern, Venenthrombosen, -entzündungen)

Wir arbeiten eng mit den Spezialisten der Gefäßchirurgie und der Radiologie zusammen (im Rahmen einer Interdisziplinären Gefäßkonferenz).

Diabetologie

Ein besonderer Stellenwert liegt auf der Behandlung der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Folgekrankheiten des Diabetes sind beispielsweise Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschwäche, Netzhautschäden, Erektionsstörungen und viele andere.

Endokrinologie

Die Endokrinologie befasst sich mit der Funktion und krankhaften Störungen hormonproduzierender Organe.