Liebe Patientinnen, Patienten, liebe Interessierte,

bereits seit über 30 Jahren kümmern sich Gefäßspezialisten des Klinikums um Menschen mit Gefäßerkrankungen. Sie besitzen eine Menge Routine, haben schon die kompliziertesten Operationen gemeistert und sind ein eingespieltes Team. Die Patient:innen bekommen hier eine Rundum-Versorgung. Im Klinikum, das Schwerpunktkrankenhaus ist, ist dafür alles vorhanden, was man braucht: Zum einen moderne Technik und Ausstattung. Zum anderen sind alle Fachrichtungen vor Ort, die für das Erkennen und Behandeln der verschiedenen Gefäßerkrankungen notwendig sind: die Radiologie, die Gefäßchirurgie, die Kardiologie, die Neurologie, die Angiologie und das Intensivmedizinische Zentrum.

Sie erhalten auf diesen Seiten Informationen rund um die Gefäßchirurgie im Klinikum Görlitz.

ACHTUNG: Am 25.9. laden wir zum 5. Görlitzer Gefäßtag ein! Mehr Infos gibt es hier.

Ihre Gefäße sind Ihr Betriebssystem

Das Herz-Kreislauf-System des Menschen sorgt für die lebensnotwendige Durchblutung seines Körpers.

Etwa 60 bis 80 Mal schlägt das Herz eines gesunden Menschen in der Minute und pumpt dabei ungefähr 70 Milliliter Blut in den Kreißlauf. Auf diese Weise fließen täglich fast 10.000 Liter durch unseren Körper und versorgen unsere Organe mit Sauerstoff.

Das schafft das Herz nur mit der Unterstützung aller Gefäße. Gefäßerkrankungen sind eine stille Gefahr, denn kranke Gefäße behindern diesen Prozess. Das kann lebensgefährlich sein. Oft sind Gefäßerkrankungen Notfälle und es kommt auf jede Minute an.

Um die verschiedenen Gefäßerkrankungen zu erkennen, nutzen wir seit den 90er Jahren das elementare Verfahren der Angiografie. Hierbei werden die Gefäße sichtbar gemacht, indem sie mit Kontrastmittel gefüllt werden. So sehen die Ärzt:innen dann, ob ein Gefäß verschlossen oder erweitert ist. Sie können unmittelbar operativ eingreifen. In verschiedenen Gefäßregionen können dann zur Behandlung so genannte Stents eingebracht werden. Mit solchen Gefäßstützen bleiben die Gefäße lange offen und werden gut stabilisiert.

Es können alle Gefäße im Körper erkranken. Wenn nicht rechtzeitig durch Spezialisten behandelt wird, kann es z. B. bei Gliedmaßen zu Amputationen kommen. Mit mehr als 1.500 Eingriffen jährlich zeichnen sich die Gefäßchirurgen des Klinikums durch viel Erfahrung aus und senken mit ihrer kontinuierlichen Arbeit die Amputationszahlen messbar.

Gefäßerkrankungen

Durch Ablagerungen von Kalk und Fett sind die Innenwände der Schlagadern (Arterien) geschädigt. Die Blutgefäße verengen sich, so dass das Blut nicht mehr ungehindert fließen kann. Die große Gefahr ist, dass es zu einem Gefäßverschluss kommen kann. In der Folge drohen ein Schlaganfall, ein Herzinfarkt oder Durchblutungsstörungen in den Beinen.

Auslöser ist zum einen der natürliche Alterungsprozess des Menschen, zum anderen sind es bestimmte Risikofaktoren wie

  • Diabetes mellitus
  • Erhöhter Cholesterinspiegel
  • Das Rauchen
  • Bluthochdruck
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht

 

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit, kurz pAVK, ist auch als „Schaufensterkrankheit“ bekannt. Die Betroffenen müssen beim Laufen häufig anhalten und eine Pause machen. Um dabei nicht aufzufallen, halten sie zum Beispiel vor einem Schaufenster. Häufigste Ursache für solche Beschwerden ist die Verkalkung der Beinarterien. Meist leiden die Patienten zunächst an belastungsunabhängigen Schmerzen im Ober- oder Unterschenkel. Beim Voranschreiten der Erkrankung können diese auch in körperlicher Ruhe auftreten. Im schlimmsten Fall kann es zum Absterben der betroffenen Gliedmaßen kommen.

Der diabetische Fuß ist ein vielfältiges Krankheitsbild. Oft ist es eine Folgeerkrankung der Zuckerkrankheit Diabetes Mellitus. Das diabetische Fußsyndrom tritt vor allem bei einem langjährigen, schlecht eingestellten Diabetes auf. Dadurch werden meist die Nerven und Blutgefäße in den Füßen geschädigt, was Durchblutungs- und Empfindsamkeitsstörungen nach sich ziehen kann. Darüber hinaus ist das Immunsystem geschwächt, so dass es leicht zu Infektionen kommt. Als Folge können sich selbst kleine Verletzungen oder Druckstellen zu großflächigen Wunden auswachsen, die oft erst spät bemerkt werden und die sich leicht entzünden.

Anzeichen für ein beginnendes Krampfaderleiden können müde und schwere Beine sein. Auch häufig geschwollene Füße können darauf hinweisen.
Krampfadern sind leicht zu erkennen. Besonders an den Beinen treten die blauen, knotigen Knäuel von dünnen Hautvenen auf und hervor. Etwa jeder fünfte Erwachsene leidet daran. Bleiben Krampfadern unbehandelt, können sie gefährlich werden, denn der Blutstau in den Venen erhöht das Risiko von
Blutgerinnseln und Geschwüren. Der Schweregrad der Erkrankung bestimmt die Behandlung: Bewegungs- und Kompressionstherapien können erste Maßnahmen sein. In der Klinik können die erkrankten Venen operativ entfernt werden. Die Behandlung von Krampfadern ist dann ratsam, wenn die Beschwerden sehr stark sind und das Risiko schwerer Komplikationen durch Folgeerkrankungen reduziert werden muss.

Bei einer tiefen Beinvenenthrombose (TVT) bildet sich ein Blutgerinnsel in einer der größeren, tief in den Muskelschichten liegenden Venen und verstopft das Blutgefäß. In der Regel treten tiefe Venenthrombosen im Unterschenkel auf. Wenn das Gerinnsel die Vene verschließt, staut sich das Blut. Das Bein kann anschwellen, schmerzen und sich röten.

Als Karotisstenose bezeichnet man eine Verengung der Halsschlagader, meist verursacht durch Ablagerungen an den Gefässwänden (Atherosklerose). Es drohe Blutgerinnsel und Embolie im Gehirn. Die schnelle Behandlung einer Karotisstenose ist somit essenziell, um Schlaganfälle und damit bleibende Schäden zu verhindern.

Ein Aortenaneurysmas ist eine Erweiterung der Bauchschlagader. Die Gefahr besteht darin, dass es plötzlich platzt und es zur inneren Verblutung kommt. Das rechtzeitige Erkennen kann Leben retten. Um ein Aneurysma zu behandeln, setzten Gefäßchirurgen einen so genannten Stent ein. Das ist eine Art Gefäßstütze, die in die Aorta implantiert wird, um sie zu stabilisieren.

Längst ist bei einfachen Aneurysmen hierzu oft keine große, offene Bauchoperation mehr nötig. Die Spezialisten im Klinikum wenden seit mehr als 14 Jahren die minimal-invasive Technik an und versorgen das Aneurysma über kleine Zugänge in beiden Leisten.

Gefäßchirurgen Klinikum

Mit Erfahrung, Kompetenz und Routine kümmern sich die Gefäßexpert:innen im Klinikum Görlitz seit Jahrzehnten um Patient:innen mit Gefäßerkrankungen. Sie kümmern sich um sämtliche Gefäßverschlüsse und -erweiterungen und sind besonders bei komplizierten Gefäßerkrankungen versiert. Sie wenden moderne, schonende Verfahren an. Sie setzen innovative flexible Stents ein, die die Gefäße offen halten und stabilisieren. Selbst komplizierte Eingriffe an der Bauch- oder Beckenschlagader sowie anderen Bereichen führen die Chirurg:innen zum Großteil minimal-invasiv, also ohne offene Operationen, durch. Mehr als 1.500 Eingriffe pro Jahr zählen die Gefäßspezialisten im Klinikum Görlitz.

Mehr zu den einzelnen Verfahren und Leistungen finden Sie auf den Seiten der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie.

Gefäßtag am 25. September 2021