Wir verfügen über moderne Untersuchungsmethoden wie die digitale Fluoreszenzangiographie bei Netzhauterkrankungen und gewährleisten die interdisziplinäre Betreuung akuter und chronischer Augenerkrankungen. Das fachliche Profil der Augenklinik beinhaltet dabei die gesamte konservative Retinologie (Retina: Netzhaut), die Laser- und Kryotherapie der Netzhaut, intravitreale Injektionen, die operative Versorgung des vorderen Augenabschnitts, die Schiel- und Lidchirurgie sowie die interdisziplinäre Betreuung akuter und chronischer Augenerkrankungen.

Das Amnion als menschliches Gewebe kann in der Augenheilkunde zur Hornhaut- und Bindehautbehandlung genutzt werden, und zwar:

  • als Graft (Transplantat) bei HH-Gewebeverlust (tiefem Geschwür) oder als Bindehautersatz bei größeren Bindehautverlusten (z.B. nach Verletzung, Verätzung, Geschwulstentfernung).
  • als Patch (biologischer Verband) unter anderem zur Entzündungshemmung und um Vernarbung zu vermeiden beim Zustand nach Verätzungen, bei vernarbenden Bindehauterkrankungen sowie zur Unterstützung der Hornhautheilung.
  • als Sandwich (als Kombination der beiden erstgenannten Methoden).Bei Hornhautgeschwür kann das Amnion bei HH-Gewebeverlust als Transplantat genutzt werden. Auf dieses Transplantat wird die Amnionmembran als Verband aufgenäht, um den Wundverschluss und die Heilung zu unterstützen.

Glaucom-OP - Operation des grünen Stars

In unserer Klinik werden verschiedene Arten von Operationen zur Senkung des intraokularen Druckes durchgeführt, u.a.:

Trabekelektomie

Dies ist die eigentliche "fistulierenden" Operation, bei der ein kleiner Teil des Trabekelwerkes (der Ort, durch den das Kammerwasser, welches sich im Auge befindet, nach außen fließen kann) herausgeschnitten (trepaniert) wird. Dadurch kann das Kammerwasser direkt nach außen unter die Bindehaut des Auges abfließen und der intraokulare Druck wird gesenkt.

Zyklophotokoagulation

Bei der Zyklophotkoagulation wird nicht wie oben beschrieben der Abfluß des Kammerwassers aus dem Auge erhöht, sondern seine Bildung verringert. Dies erfolgt durch eine spezielle Laserbehandlung des Ziliarkörpers (der Stelle im Auge, die das Kammerwasser produziert). Dieser Eingriff erfordert keine weiteren chirurgischen Maßnahmen am Auge und kann von außen durch das Aufsetzen einer Lasersonde durchgeführt werden. Da es dabei zur Zerstörung von produzierendem Gewebe kommt wird die Operation zur Zeit meist in den Fällen eingesetzt, in denen die oben beschriebenen Operationen versagen oder primär als nicht wirkungsvoll eingeschätzt werden müssen.

Basale Iridektomie

Die basale Iridektomie ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem ein Loch, zumeist im oberen Bereich der Regenbogenhaut (Iris) erstellt wird.
Der Eingriff erfolgt über eine kleine Öffnung im Randbereich der Hornhaut. Durch das Loch in der peripheren Iris wird ein direkter Abfluss vom im Auge zirkulierenden Kammerwasser aus der Hinterkammer in die Vorderkammer ermöglicht. Hierdurch soll die Verlegung des Kammerwinkels bei Patienten mit Engwinkelglaukom und somit die Entstehung eines akuten Glaukomanfalls verhindert werden. Die Iridektomie wird in der Regel in örtlicher Betäubung erfolgen und dauert meistens nur wenige Minuten.

Bei einigen Erkrankungen der Hornhaut können wir dem Patienten mit konservativen Maßnahmen (Tropfen, oberflächliche Behandlungen) nicht mehr helfen. Meist ist die Hornhaut dann durch verschiedenartige Erkrankungen getrübt, so dass kein klarer "Ausblick" mehr möglich ist und die Sehschärfe des Patienten dementsprechend deutlich herabgesetzt ist.

Ist aber das Auge ansonsten nicht erkrankt, so dass die getrübte Hornhaut das einzige Hindernis für ein besseres Sehen darstellt, so können wir dem Patienten mit dem "Einpflanzen" einer Spenderhornhaut durch eine sogenannte "Perforierende Keratoplastik" helfen. Dabei wird der zentrale Teil der alten, getrübten Hornhaut kreisförmig ausgeschnitten und durch eine kreisförmiges Scheibchen Spenderhornhaut ersetzt.

Es handelt sich dabei um eine Behandlungsmethode, wo verschiedene Medikamente meist ambulant unter operativen Bedingungen ins Augeninnere eingebracht werden. Dadurch haben wir die Möglichkeit, im Auge liegendes erkranktes Gewebe (Netzhaut oder Aderhaut) direkt über längere Zeit zu behandeln. Sonst sind die oben genannten Gewebe durch ihre Lage im Augenraum für Medikamente sehr schlecht zugänglich. Diese Behandlungsmethode wird zum jetzigen Zeitpunkt hauptsächlich angewandt bei

  • altersbedingter Maculadegeneration (feuchte Form)
  • Netzhautschädigung durch pathologische Gefäßprozesse (z. B. Venenthrombosen, Gefäßmissbildungen)
  • Netzhautschädigung im Rahmen von Diabetes
  • Schwellung der Stelle des schärfsten Sehens (Macula)


Der Verlauf dieser Netzhauterkrankungen war bis vor wenigen Jahren nicht bzw. sehr schlecht beeinflussbar. Jetzt kann man mit intravitrealer Medikamentengabe nicht nur eine Stabilisierung des Befundes, sondern in vielen Fällen auch eine für den Patienten bemerkbare Sehverbesserung erreichen.

Die Operation dauert nur wenige Minuten. Dabei wird das Auge in der Regel nur örtlich betäubt. Danach kann der Patient vorübergehend kleine runde Schatten wahrnehmen (Luftbläschen), die sich innerhalb kurzer Zeit selbständig zurückbilden. Eine vorübergehende Augendruckerhöhung oder –erniedrigung sowie kleine Blutungen können dabei entstehen, sind aber harmlos und bilden sich zurück. Schwerwiegende Komplikationen sind extrem selten, aber möglich und werden mit dem Patienten vor Injektion ausführlich abgesprochen.

Die Operation des "Grauen Stares" ist der heutzutage sicher am meisten durchgeführte Eingriff in der Augenheilkunde. Wir führen die Entfernung der getrübten Augenlinse (des "Grauen Stares") je nach Indikation und nach Absprache mit dem Patienten und seinem behandelnden Augenarzt ambulant oder stationär durch.

Ambulant bedeutet, dass der Patient am Tag der Operation vormittags in die Klinik kommt und diese in der Regel zwei Stunden nach der Operation am Nachmittag wieder verlassen kann. Nach einmaliger Kontrolle in der Augenklinik kann die postoperative Nachsorge in der Regel vom niedergelassenen behandelnden Augenarzt durchgeführt werden.

Demnächst werden wir unser Angebot um Sonderlinsen (Ausgleich Fehlsichtigkeit, auch multifokale Linsen) bei Grauem Star ergänzen.

Operation

Die meisten Patienten werden von uns mit der heute modernsten Technik zur Entfernung der getrübten Augenlinse operiert: der Phakoemulsifikation (Zerkleinerung der Linse mit Ultraschalltechnik). Wir verwenden darüber hinaus die sicher zur Zeit fortschrittlichste Form der Kleinschnittechnik, die sogenannte Clear cornea Technik, bei der durch einen sehr kleinen, nur 2,8 mm breiten Schnitt die Linse entfernt und eine faltbare Kunstlinse durch ebendiese kleine Öffnung implantiert wird. So wird das Trauma des Auges sehr gering gehalten und der Patient erreicht schon sehr schnell nach der Operation wieder eine bessere Sehschärfe.

Ein Vorteil dieser modernen Operationsmethode besteht auch u.a. darin, dass man sie auch nur mit Tropfen als Betäubung, also auch ohne eine Spritze zu geben, ausführen kann.

Ablauf der ambulanten Behandlung

Nach Erhalt des Überweisungsscheines wird der Patient von der Augenklinik angeschrieben und erhält einen Termin zur Voruntersuchung. Hier erfolgt die Befundaufnahme, die Biometrie zum Ausmessen der erforderlichen Linsenstärke sowie die Aufklärung des Patienten. Der Patient erhält Floxal sine Atr. mit, die er einen Tag vor der Operation in beide Augen tropft.
Der OP-Termin und die genaue Uhrzeit wird dem Patienten mitgeteilt. Nach der Operation wird er von uns etwa noch zwei Stunden nachbetreut und kann dann wieder den Heimweg antreten. Zur Entlassung erhält er Augentropfen, die zu Hause weiter eingeträufelt werden.
Am Tag nach der Operation wird die Nachuntersuchung in der Regel in unserer Klinik erfolgen, ausnahmsweise kann der Patient direkt von seinem ambulanten Augenarzt nachuntersucht werden. Dies richtet sich nach der abgelaufenen OP, nach dem Wohnort und dem Wunsch des Patienten und nicht zuletzt auch nach den Wünschen des einweisenden Augenarztes. Dieser übernimmt danach selbstverständlich die weitere postoperative Betreuung.

Netzhautschäden

Aus Netzhautlöchern bzw. Netzhautrissen kann sich eine Netzhautablösung entwickeln. Um dies zu verhindern, wird gezielt in den erforderlichen Bereichen mit dem Laserstrahl die Netzhaut mit der darunterliegenden Schicht des Auges verschweißt. Nach Vernarbung der Laserherde wird ein Eindringen von Flüssigkeit unter die Netzhaut verhindert, somit wird einer Netzhautablösung vorgebeugt.

Diabetische Netzhautveränderungen

Die Auswirkungen des Diabetes mellitus auf die Netzhaut des Auges und damit auf die Sehfähigkeit der Betroffenen können sehr gravierend sein und schlimmstenfalls zur Erblindung führen. Aus diesem Grund sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen beim Diabetiker außerordentlich wichtig, um möglichst frühzeitig beginnende Veränderungen zu erkennen und angemessen zu behandeln. Die wichtigste Therapieform der diabetischen Netzhautveränderungen (auch: diabetische Retinopathie) stellt die Laserbehandlung dar. Hierbei werden - je nach Lokalisation der Veränderungen - entweder über die gesamte Netzhaut oder gezielt im Bereich der Stelle des schärfsten Sehens (Macula) Laserherde gesetzt. Dies verhindert das Entstehen von Gefäßneubildungen bzw. bewirkt deren Rückbildung. Weiterhin können Flüssigkeitsansammlungen gezielt reduziert werden, woraus eine Stabilisierung, in einigen Fällen sogar eine Besserung der zentralen Sehschärfe erreicht werden kann.

Nachbehandlung des Grauen Stars

Nach dem Einpflanzen einer künstlichen Linse kann sich eine unerwünschte Gewebemembran am verbliebenen Kapselsack bilden. Die eingetrübte hintere Linsenkapsel lässt sich durch den Laserstrahl eröffnen.

Die Tränenflüssigkeit wird in der Tränendrüse gebildet. Durch den Lidschlag wird die Tränenflüssigkeit über dem Auge verteilt, um es kontinuierlich zu befeuchten. Im inneren Lidwinkel beginnen die ableitenden Tränenwege. Sie bestehen aus den oberen und unteren Tränenpünktchen und -kanälchen, dem Tränensack und dem Tränennasengang. Verengungen oder vollständige Verschlüsse der Tränenwege können angeboren sein. Meistens entwickeln sie sich aber erst im Laufe des Lebens durch Entzündungen der Bindehaut und des Tränensacks oder entstehen durch Entzündungen der Nase und der Nasennebenhöhlen. Wenn die Tränenwege einmal verengt oder verschlossen sind, kommt es zu einem andauernden, oft sehr lästigen Tränenträufeln. Wir führen unterschiedlichste Maßnahmen durch, um einen geregelten Tränenabfluss wiederherzustellen. Am häufigsten wenden wir Spülungen, Sondierungen und Tränenwegsschienungen an.

Bei allen Eingriffen ist vor allem wichtig, dass die Anatomie der ableitenden Tränenwege erhalten bleibt. Bei der Tränenwegsschienung werden kleine Silikonschläuche mit Sonden vorsichtig in die Tränenwege eingeführt, wo sie für einige Wochen verbleiben, bis der Tränenabfluss wiederhergestellt ist. Wenn der Tränensack durch eine langwierige Entzündung vollständig verschlossen ist, kann durch eine Operation nach Toti ein künstlicher Abfluss der Tränenflüssigkeit vom Tränensack in die Nasenhöhle gelegt werden.

Mittels Netzhaut- und Glaskörperchirurgie (Pars-plana-Vitrektomie) werden mehrere, die Netzhaut und den Glaskörper des Auges betreffende Erkrankungen behandelt. Als Vitrektomie bezeichnet man die operative Entfernung des Glaskörpers. Der Begriff pars plana beschreibt die Stelle (etwa 3,5 mm hinter dem Hornhaut-Rand), wodurch die Instrumente ins Augeninnere eingeführt werden.  Danach kann der Operator an der Netzhaut hantieren und pathologische Veränderungen entfernen.

Neben der operativen Therapie von Netzhaut- und Glaskörpererkrankungen bieten wir auch die konventionelle Lasertherapie an. Als minimal-invasiv chirurgische Eingriffe zur Behandlung von altersbedingter Maculadegeneration (AMD), diabetischer Retinopathie und Netzhautveränderungen nach Gefäßverschlüssen werden in unserer Klinik Medikamente ins Augeninnere gespritzt (IVOM).

Verlauf der Operation

Um zu verhindern, dass das Auge während der Glaskörperabsaugung in sich zusammenfällt, wird über eine Miniinfusion und eine Öffnung in der Augenwand, die weniger als 1 mm groß ist, ständig Flüssigkeit in das Auge infundiert. Über weitere, entsprechend kleine Öfnungen, kann man die Instrumente ins Auge einführen und damit den Glaskörperraum beleuchten, den Glaskörper absaugen und die Netzhaut z. B. mit dem Laser oder feinen Pinzetten, Scherchen usw. behandeln.  Um diese Instrumente schonend in das Augeninnere einzuführen, überbrücken wir die Augenwand mit Hilfe von kleinen Röhrchen, welche zugleich auch als Beleuchtung des Augeninneren dienen können. Die feinen Öffnungen verschwinden nach der Operation hinter der Bindehaut und werden vom Patienten nur vorübergehend oder häufig überhaupt nicht wahrgenommen. Die durchschnittlich 6 ml Glaskörpersubstanz wird während der Absaugung durch eine Lösung ersetzt, die daraufhin selbst wieder durch Flüssigkeit ergänzt bzw. ersetzt wird, die das Auge selbst bildet. In einigen Fällen wird der Glaskörper durch Luft, Gase oder Öl ersetzt, um den Heilungsprozess des Auges zu sichern.

Sind Komplikationen möglich?

Es gibt keine Operation ohne Risiken. Allerdings sind die Risiken nicht nur gering, sondern vor allem in der Regel kleiner als jene Risiken, die man auf sich nimmt, wenn man die Erkrankung des Auges nicht entsprechend behandelt. Mit am wichtigsten ist, alles zu unternehmen, um Infektionen zu vermeiden und die entzündliche Reaktion, die nach der Operation immer entsteht, im angemessenen Rahmen zu halten. Das gilt nicht nur für die Operation selbst, sondern auch für die ersten Tage nach dem Eingriff. Nach der Operation muss ein- oder mehrmals täglich eine Infektion des Auges ausgeschlossen werden. Verhaltensregeln bezüglich der Hygiene nach der Operation, im Hinblick auf die Belastungsgrenzen sowie die Kopfhaltung tagsüber und nachts erhält der Patient nach seiner individuellen Situation. Die Mitarbeit des Patienten in den ersten Tagen nach der Operation ist von entscheidender Bedeutung für den Erfolg der Behandlung. Außer Infektionen sind auch andere schwere (u.a. Netzhautablösung) oder milde (u.a. leichte Blutungen oder Anstiege des Augeninnendrucks) Komplikationen möglich, die in extrem seltenen Fällen bis zum Verlust des Auges führen können, aber sich meistens gut beheben lassen.

Netzhautsprechstunde

Ob eine operative Behandlung erforderlich ist und welches Verfahren indiziert ist, kann nur nach einer eingehenden Untersuchung durch den Augenarzt vor dem Hintergrund der individuellen Situation jedes Betroffenen geklärt werden. Unserer Klinik bietet eine Netzhautsprechstunde (montags und mittwochs 9.00-14.30  Uhr) an.

Schieloperationen

Schieloperationen werden häufig aus ästhetischen Gründen durchgeführt. In bestimmten Fällen kann eine Operation aber auch wieder ein beidäugiges räumliches Sehen ermöglichen.
In der Regel wird an den Muskeln des schielenden Auges operiert. In manchen Fällen ist es jedoch erforderlich, an beiden Augen zu operieren.

Operationsverfahren

Bei Kindern erfolgt die Operation in Narkose, bei Erwachsenen auch in örtlicher Betäubung. Es werden die Muskeln, die für das Schielen verantwortlich sind, freigelegt. Durch Verlagerung oder Verkürzung wird die Schielstellung korrigiert. Das Auge selbst wird bei einer Schieloperation nicht eröffnet.
Ein befriedigendes ästhetisches Ergebnis läßt sich durch eine oder mehrere Schieloperationen in  über 90 % der Fälle erreichen.