Dr. Webers Weg in die Psychiatrie begann nicht erst im Hörsaal, sondern bereits während seines Zivildienstes. In einer Werkstatt für psychisch erkrankte Menschen kam er erstmals intensiver mit den Herausforderungen psychischer Erkrankungen in Berührung. Zugleich wuchs sein Interesse an psychologischen, gesellschaftlichen und sozialen Fragen. Aus diesen Erfahrungen entwickelte sich der Wunsch, Medizin zu studieren und Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen. Nach seinem Medizinstudium und der Promotion in Ulm absolvierte Dr. Weber seine Facharztweiterbildung an der Universitätsmedizin Dresden. Nach bestandener Facharztprüfung war er zunächst in einem Medizinischen Versorgungszentrum tätig, bevor er als Oberarzt nach Arnsdorf wechselte.
Seine fachlichen Schwerpunkte liegen in der Suchtmedizin und Gerontopsychiatrie. Ein besonderes Anliegen ist ihm hier die Behandlung von depressiven Symptomen im höheren Lebensalter. Heute sieht er sich in seiner damaligen Entscheidung für die Psychiatrie bestätigt: Sie verbindet für ihn medizinische Expertise mit dem Verständnis für die individuelle Lebensgeschichte und das soziale Umfeld eines Menschen.
Auch in seiner neuen chefärztlichen Aufgabe in Görlitz möchte Dr. Weber medizinische Qualität und eine zugewandte Behandlung miteinander verbinden. Dabei setzt er auf eine leitliniengerechte Therapie, die die Patient:innen aktiv in die Behandlungsentscheidungen einbezieht. Ebenso wichtig ist ihm die Zusammenarbeit mit den Angehörigen, denn „psychische Erkrankungen betreffen nicht nur die Erkrankten selbst, sondern auch ihre Familien und ihr unmittelbares Umfeld“. Im Klinikum hat er bereits ein engagiertes Team kennengelernt. „Ich freue mich darauf, die Arbeit von Dr. Schmoll fortzusetzen und gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen neue Entwicklungen voranzubringen.“
Dr. Schmoll hat die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie während seiner Zeit als Chefarzt seit 2021 sehr geprägt. Auf sein Engagement hin wurden mehrere Therapieangebote eingeführt und weiterentwickelt. Dazu zählen das Avatartraining, der Aufbau und die Stärkung von Angehörigengruppen für Familien von Menschen mit Schizophrenie oder Demenz sowie eine Psychoedukationsgruppe für Menschen mit Depressionen. In der Suchttherapie arbeiten Patientinnen und Patienten mit einem Jellinek-orientierten Ansatz: Sie setzen sich schriftlich damit auseinander, wie sich ihre Abhängigkeit entwickelt hat. Gemeinsam mit der Neurologie wurde außerdem eine Gedächtnisambulanz aufgebaut. Auch die Psychiatrische Institutsambulanz erhielt zusätzliche ärztliche Unterstützung.
Dr. Schmoll wird vor allem die Menschen und die Zusammenarbeit in den Teams vermissen. Die gemeinsamen Visiten seien für ihn immer wertvoll gewesen: Dort hätten alle Berufsgruppen ihre Beobachtungen eingebracht und zusammen nach Wegen gesucht, Patientinnen und Patienten zu helfen. Für die Zeit nach dem Wechsel hat er bereits Pläne: Er möchte sich Prosa und Lyrik widmen und weiter Tennis spielen.
„Mit Dr. Weber gewinnen wir einen erfahrenen und engagierten Psychiater, der fachlich wie menschlich hervorragend zu uns passt. Zugleich danken wir Dr. Schmoll herzlich für sein engagiertes Wirken. Er hat die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie entscheidend weiterentwickelt und die psychiatrische Versorgung in der Region nachhaltig gestärkt. Für den neuen Lebensabschnitt wünschen wir ihm alles Gute“, sagt Geschäftsführerin des Klinikums Ines Hofmann.
