Moderne Schmerztherapie in der Görlitzer Neurochirurgie

Chronische Schmerzen oder ausgeprägte Spastik schränken das Leben oft stark ein – besonders dann, wenn Medikamente oder Operationen nicht ausreichend helfen. Die Neuromodulation ist eine Form der Schmerztherapie, bei denen die Aktivität von Nervenzellen gezielt beeinflusst wird – entweder durch elektrische Impulse oder durch die gezielte Medikamentengabe über eine Pumpe. In der Klinik für Neurochirurgie am Städtischen Klinikum Görlitz bieten wir zwei etablierte Verfahren an, die Schmerzen und Spastik wirksam lindern können:

  • Neuromodulation durch Rückenmarkstimulation (Spinal Cord Stimulation, SCS)
  • Neuromodulation durch Medikamentenpumpen

I. Neuromodulation durch Rückenmarkstimulation (SCS)

Was ist das?

Bei der Rückenmarkstimulation (Spinal Cord Stimulation, SCS) werden feine Elektroden in der Nähe des Rückenmarks platziert. Über diese Elektroden gibt ein kleines implantiertes Gerät (ähnlich einem Herzschrittmacher) elektrische Impulse ab. Diese verändern die Schmerzwahrnehmung im Nervensystem, sodass Betroffene deutlich weniger Schmerzen verspüren.

Wann kommt die Rückenmarkstimulation zum Einsatz?

  • chronische Rückenschmerzen nach Operationen
  • Nervenschmerzen in Armen oder Beinen (neuropathische Schmerzen)
  • Schmerzen nach Verletzungen
  • Schmerzen bei Durchblutungsstörungen

Vorteile

  • Schmerzlinderung ohne starke Medikamente
  • Verbesserung von Beweglichkeit und Lebensqualität
  • Reversibles Verfahren – Gerät kann abgeschaltet oder entfernt werden

II. Neuromodulation durch Medikamentenpumpen

Was ist das?

Eine Medikamentenpumpe ist ein kleines Implantat, das Medikamente (z. B. Morphin gegen Schmerzen oder Baclofen gegen Spastik) kontinuierlich und in sehr geringer Dosis direkt in das Nervenwasser (Liquorraum) abgibt.

Wann kommt eine Medikamentenpumpe zum Einsatz?

  • chronische Schmerzen, die auf andere Therapien nicht ausreichend ansprechen
  • Tumorschmerzen, Nervenschmerzen
  • schwere Spastik, z. B. bei Multipler Sklerose, Querschnittslähmung oder nach Hirnschädigungen

Vorteile

  • deutlich geringere Nebenwirkungen als bei Tabletten oder Infusionen
  • gleichmäßige, zuverlässige Wirkung
  • individuell einstellbare Dosierung
  • spürbare Verbesserung von Schmerzen und Spastik

 


FAQ

Ja, sowohl Rückenmarkstimulation als auch Medikamentenpumpen sind anerkannte Verfahren. Die Kosten werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Rückenmarkstimulation (SCS)

  • Testphase (Elektrodeneinlage): ca. 30–60 Minuten
  • Dauerimplantation (Stimulator): ca. 1–2 Stunden
  • in der Regel wenige Tage stationär

Medikamentenpumpe (intrathekal)

  • Implantation der Pumpe: ca. 1–2 Stunden
  • ebenfalls kurzer stationärer Aufenthalt (meist 3–5 Tage, inkl. Einstellung und Nachsorge)

Beide Eingriffe sind Routineverfahren. Risiken und mögliche Nebenwirkungen werden vorab ausführlich mit Ihnen besprochen.

  • Stimulatoren: Batterielaufzeit mehrere Jahre, Austausch möglich.
  • Pumpen: regelmäßiges Nachfüllen und bei Bedarf Austausch des Reservoirs.
  • Rückenmarkstimulation: Ja, mit einer Fernbedienung.
  • Pumpen: Nein, die Einstellungen nimmt das Ärzteteam vor.

Kontakt

Heike Rücker

Case Managerin Klinik für Neurochirurgie
Zertifizierte Case Managerin nach DGCC

KIM: neurochirurgie.klinikum-goerlitz@i-motion.kim.telematik (nur für ärztliche Kolleg:innen)

Telefon
+49 3581 37-1876
Fax
+49 3581 37-1877
E-Mail-Adresse
E-Mail