Schlaganfall behandeln in Görlitz
Stroke Unit am Städtischen Klinikum Görlitz
Beim Schlaganfall zählt jede Sekunde. Entscheidend für die Versorgung ist, dass ein Schlaganfall frühzeitig erkannt und die betroffene Person schnell auf eine spezialisierte Schlaganfallstation (Stroke Unit) gebracht wird.
Schlaganfall erkennen – typische Anzeichen
Ein Schlaganfall kann sich plötzlich und ohne Vorwarnung bemerkbar machen. Häufige Symptome sind:
- Plötzlich auftretende Lähmungen von Arm und Bein
- Taubheit oder Gefühlsstörungen einer Körperhälfte
- Störungen der Sprache
- Hängender Mundwinkel
- Schluckstörungen, Schwindel
- Sehstörungen
- Gangstörungen
- starke Kopfschmerzen
Treten diese Anzeichen auf, gilt: sofort den Notruf 112 wählen.
Zeitfenster und Akuttherapie
Erfolgt die Behandlung innerhalb eines Zeitfensters von drei Stunden (in Ausnahmefällen bis maximal 4,5 Stunden) und sind die medizinischen Voraussetzungen erfüllt, kann eine medikamentöse Therapie – die sogenannte Thrombolyse – durchgeführt werden. Ziel ist es, das verschlossene Gefäß wieder zu öffnen und schwere Folgen zu vermeiden.
Bei bestimmten Formen des Schlaganfalls besteht darüber hinaus die Möglichkeit, das Gefäß mechanisch wieder zu eröffnen. Dieses Verfahren wird als Thrombektomie bezeichnet. Dabei wird das Blutgerinnsel über einen Katheter entfernt.
Beide Verfahren sind wirksame Behandlungsmöglichkeiten, die jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen eingesetzt werden können. Die Entscheidung erfolgt innerhalb kurzer Zeit durch erfahrene Ärztinnen und Ärzte auf Basis der vorliegenden Befunde.
Ablauf der Schlaganfallbehandlung
Patientinnen und Patienten mit Schlaganfallsymptomen sollten so schnell wie möglich über den Rettungsdienst in die interdisziplinäre Notaufnahme gebracht werden.
Dort erfolgt unmittelbar:
- die neurologische Erstuntersuchung
- Laboruntersuchungen und EKG
- eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns
Auf dieser Grundlage wird die weitere Behandlung entschieden.
Stroke Unit am Klinikum Görlitz
Die weitere Betreuung erfolgt auf der zertifizierten Stroke Unit des Städtischen Klinikums Görlitz mit sechs Betten. Hier werden Patientinnen und Patienten kontinuierlich überwacht und intensiv betreut.
Ein interdisziplinäres Team aus speziell geschulten Pflegekräften (Stroke Nurses) sowie Fachkräften aus Logopädie, Psychologie, Physio- und Ergotherapie arbeitet eng zusammen. Ziel ist es, Komplikationen – insbesondere in den ersten Stunden und Tagen nach dem Schlaganfall – frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Zudem werden Patientinnen und Patienten früh mobilisiert und gezielt therapeutisch unterstützt.
Die Behandlung erfolgt in enger Abstimmung mit weiteren Fachbereichen, insbesondere der Inneren Medizin (Kardiologie), Neurochirurgie und Radiologie.
Studien zeigen, dass durch diese spezialisierte Versorgung:
- das Risiko bleibender Behinderungen um etwa 30 % reduziert werden kann
- die Sterblichkeit infolge eines Schlaganfalls um etwa 20 % sinkt
Weiterbehandlung und Verlauf
Schwer betroffene Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Atemfunktion werden im Intensivmedizinischen Zentrum des Klinikums betreut. Aufgrund kurzer Wege ist eine Verlegung zwischen den Bereichen jederzeit möglich.
In der Regel verbringen Patientinnen und Patienten ein bis drei Tage auf der Stroke Unit. Anschließend erfolgt die Weiterbehandlung auf der neurologischen Normalstation.
