Görlitz, 10.10.2025. Am 29. Oktober 2025 lädt das Städtische Klinikum Görlitz zu einem Vortrag mit dem Titel „Hand im Fokus – Wie Sie Ihre Selbstständigkeit nach Handerkrankungen zurückgewinnen“ ein. Expertinnen aus der Plastischen und rekonstruktiven Chirurgie, der Ergotherapie und der Orthopädietechnik stellen moderne Behandlungsansätze und Therapieoptionen vor, um die Handfunktion nach Erkrankungen oder Verletzungen wiederherzustellen.
Im Fokus des Abends steht die Behandlung einer häufigen Handerkrankung der so genannten Dupuytren-Kontraktur. Bei dieser Erkrankung verhärtet sich das Bindegewebe in der Hand, was dazu führt, dass sich Finger – meist der Ring- und der kleine Finger – nicht mehr strecken lassen. Betroffene spüren oft Knoten in der Handfläche, und die Finger ziehen sich zunehmend in eine Beugestellung. Dadurch wird die Handfunktion eingeschränkt. Eine Operation kann hier die Beweglichkeit verbessern.
Der Vortrag stellt besonders die chirurgischen Möglichkeiten zur Wiederherstellung der Handfunktion vor, die oft ambulant und ohne größere Komplikationen durchgeführt werden können. „Die Wiederherstellung der Handfunktion ist essenziell für die Lebensqualität der Betroffenen. Jeder Mensch braucht funktionierende Hände, um seinen Alltag selbstständig zu gestalten“, sagt Dr. med. univ. Hue Phan Niestroj, Leitende Oberärztin der Klinik für Plastische, rekonstruktive und Brustchirurgie.
Zusätzlich wird auf die wichtige Rolle der Ergotherapie in der Rehabilitation nach Handerkrankungen eingegangen. „Ergotherapie befähigt Patientinnen und Patienten, alltägliche Handlungen wieder zu erlernen und die Selbstständigkeit zurückzugewinnen. Sollten bestimmte Funktionen nicht wiederhergestellt werden können, finden wir gemeinsam Lösungen, um den Alltag mit Hilfsmitteln und Kompensationsstrategien zu bewältigen“, erklärt Kathleen Herbig von der Physio-Ergotherapie Service Görlitz GmbH des Klinikums. Ergänzt wird die handtherapeutische Arbeit durch den Bau thermoplastischer Handschienen z .B. postoperativ. Susan Glaubitz vom Sanitätshaus Rosenkranz GmbH stellt verschiedene Möglichkeiten zur Versorgung mit Handschienen und Alltagshilfen bei Handerkrankungen vor.
Der Vortrag findet am 29. Oktober 2025 um 17:30 Uhr im Konferenzzentrum des Städtischen Klinikums Görlitz statt. Der Eintritt ist frei.
Referent: Privatdozent Dr. habil. Vladimir Novotny, Chefarzt der Klinik für Urologie
Görlitz, 24.10.2025. Mit drei symbolischen Hammerschlägen haben Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung und Gesundheitswesen heute den Grundstein für den Erweiterungsbau der Krankenhausakademie OSCA Görlitz gelegt. Bauherr ist das Städtische Klinikum Görlitz, das gemeinsam mit dem Landkreis Görlitz zu gleichen Teilen Träger der Akademie OSCA ist.
Mit dem zweigeschossigen Neubau entstehen moderne Lehr- und Lernräume. Ziel ist es, bis zu 620 Ausbildungsplätze zu schaffen. Die Gesamtinvestition beträgt rund 5,9 Millionen Euro, davon werden 5,3 Millionen Euro vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt (SMS) gefördert – jeweils zur Hälfte aus Bundes- und Landesmitteln.
„Mit dem Erweiterungsbau legen wir die Grundlage für die Zukunft der Pflegeausbildung in der Region“, sagte Ines Hofmann, Geschäftsführerin des Görlitzer Klinikums, beim Festakt. „Wir investieren hier nicht nur in ein Gebäude, sondern in Menschen – in Kompetenz, in Zukunft und in Versorgungssicherheit.“
Der Neubau auf dem Gelände der Akademie OSCA an der Scultetusstraße bietet rund 850 Quadratmeter Nutzfläche mit sieben Seminarräumen, einem Kurs- und Multifunktionsraum mit Aula sowie modernen Simulationsflächen. Das Gebäude wird barrierefrei errichtet und nach aktuellen Standards ausgestattet – mit moderner IT, Lehrmitteln und medizinischer Schulungstechnik.
Die Krankenhausakademie Görlitz, seit 2024 unter dem Namen Ostsachsen Care Academy (OSCA), ist das gemeinsame Ausbildungszentrum fast aller Kliniken im Landkreis und vieler Pflegeeinrichtungen. Neben dem Klinikum Görlitz gehören dazu das Klinikum Oberlausitzer Bergland, das Carolus-Krankenhaus Görlitz, das Kreiskrankenhaus Weißwasser, das Sächsische Krankenhaus Großschweidnitz, das Orthopädische Zentrum Rotheburg sowie zahlreiche weitere ambulante und stationäre Einrichtungen. Ein engagiertes Team aus Lehrkräften und Praxisanleiter:innen begleitet die Auszubildenden in enger Abstimmung mit den Partnerkliniken durch Theorie und Praxis.
Mit dem Neubau wächst die Akademie auf bis zu 620 genehmigte Ausbildungsplätze. Er soll bis 2027 fertiggestellt werden. Damit leistet sie einen entscheidenden Beitrag zur Fachkräftesicherung im gesamten Landkreis Görlitz und darüber hinaus.
Neben der Geschäftsführerin sprachen Wilfried Kühner, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Kultus, und Oberbürgermeister Octavian Ursu. Beide betonten die Bedeutung des Projekts für die Gesundheitsversorgung und die Attraktivität des Bildungsstandorts Görlitz. Schulleiter Thomas Zerbe dankte stellvertretend für das gesamte Team dem beharrlichen Einsatz des Klinikums für diesen Erweiterungsbau. Er machte deutlich, dass die vorhandenen Räumlichkeiten den gestiegenen Anforderungen an moderne Ausbildung längst nicht mehr genügen.
Der Festakt endete mit der feierlichen Versenkung einer Zeitkapsel und dem traditionellen Hammerschlag, begleitet von Mitarbeitenden und Gästen aus der Region.
Görlitz, 27.10.2025. Heute und morgen steht auf dem Gelände des Städtischen Klinikums Görlitz ein Trai-nings-Truck der Firma Arthrex. Das „Mobile Surgical Skills Lab“ ist ein rollendes Schulungszentrum, das Ärz-tinnen, Ärzten und OP-Pflegefachkräften ermöglicht, direkt vor der Haustür neue Operationstechniken unter realitätsnahen Bedingungen zu üben.
Im Inneren des 12 Meter langen und vier Meter Trucks befinden sich vier arthroskopische Arbeitsplätze und eine Station für offene Operationsmethoden; vollständig ausgestattet mit moderner Kamera- und Übertra-gungstechnik sowie Instrumenten für arthroskopische und minimalinvasive Eingriffe. Hier können Teams Abläufe trainieren, Materialien testen und neue Verfahren kennenlernen, ohne den gewohnten Klinikbetrieb zu unterbrechen.Die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie des Städtischen Klinikums Görlitz nutzt den Truck, um arthro-skopische Operationstechniken an Schulter, Knie, Ellbogen und Sprunggelenk zu trainieren. Unter Leitung von Chefarzt Dr. med. Robert Hofmann werden im Görlitzer Klinikum täglich komplexe Eingriffe an Gelenken, Knochen und Weichteilen durchgeführt – von der Notfallversorgung über bis hin zur gelenkerhaltenden Chirurgie. Auch die Kolleg:innen aus der Klinik für Plastische, rekonstruktive und Brustchirurgie werden das Angebot nutzen, um Handgelenks-Arthroskopien zu trainieren.
Die Teilnahme am mobilen Fortbildungsangebot ergänzt die kontinuierliche fachliche Weiterbildung der Teams und stärkt die Qualität in der operativen Versorgung in der Region. „Das mobile Labor bietet ideale Voraussetzungen, um neue Verfahren in einem geschützten Umfeld zu erproben und gemeinsam im Team zu trainieren“, so Chefarzt Dr. Hofmann. „Davon profitieren am Ende unsere Patientinnen und Patienten – durch eingespielte Abläufe und hohe Routine in modernen Operationstechniken.“
Das mobile Labor ist Teil des bundesweiten Fortbildungsangebots der Firma Arthrex und wird regelmäßig an Kliniken in Deutschland eingesetzt. Ziel ist es, praxisnahe Trainingsmöglichkeiten zu schaffen, die den fachli-chen Austausch fördern und die Sicherheit im OP weiter verbessern.
„Für unser Klinikum ist dieses innovative mobile Trainingsangebot weiterer Baustein, um die medizinische Qualität und Teamarbeit im OP kontinuierlich zu fördern“, sagt Geschäftsführerin Ines Hofmann.
Zahlen/Daten/FaktenJährlich werden im Klinikum Görlitz klinikübergreifend ca. 14.200 Operationen durchgeführt, ca. 2.000 Unfall-chirurgie/Orthopädie. Dafür stehen 7 Operationssäle und ein ambulanter OP-Saal zur Verfügung.
Görlitz, 10.11.2025. Am 17. November lädt das Klinikum zu einer tollen Aktion ein: Zum internationalen Weltfrühgeborenentag möchte die Neonatologie auf die besondere Situation von Frühgeborenen aufmerksam machen: Um 14:30 Uhr lassen Mitarbeitende, Eltern und Besucher:innen lilafarbene Heliumballons mit Wunschkarten vor der Kinderklinik in den Himmel steigen – als Symbol für Hoffnung und Stärke.
In den Tagen zuvor liegen im Klinikum Wunschkarten aus, auf denen Besucher:innen ihre Gedanken, Wünsche oder Erinnerungen an eigene Frühchen notieren können. Unterstützt wird die Aktion von der Berufsfeuerwehr Görlitz, die mit ihrer Drehleiter vor Ort sein wird – ein schönes Symbol dafür, dass bei beiden Einsätzen oft jede Minute zählt. Denn auch Frühgeborene brauchen schnelle und präzise Hilfe, wenn sie zu früh ins Leben starten.
Die Neonatologie des Klinikums ist als Perinatalzentrum Level 3 eingestuft und auf die Versorgung von Kindern ab der 32. SSW und einem Geburtsgewicht ab 1500 Gramm spezialisiert. Bis Ende Oktober 2025 kamen hier 40 Frühgeborene zur Welt, darunter vier Zwillingspaare. Das kleinste Kind wurde in der 33+4. Woche geboren und wog 1640 Gramm. Im Jahr 2024 waren es 51 Frühgeborene (acht Zwillingspaare), im Jahr 2023 30 (zwei Zwillingspaare). „Wir trainieren regelmäßig die Versorgung auch deutlich früher geborener Kinder und arbeiten dabei eng und über Telemedizin mit dem Team der Universitätsklinik Dresden zusammen. Wenn ein Kind vor der 32. Woche zur Welt kommt, versorgen wir es hier, bis das Dresdner Team eintrifft und die weitere Betreuung übernimmt“, sagt Chefärztin dr. Katalin Müller.
Frühgeborene benötigen in den ersten Lebenstagen häufig Atemhilfe, Wärme im Inkubator und eine Magensonde, bis sie eigenständig trinken und ihre Körpertemperatur halten können. Das Team der Frühchenstation arbeitet nach dem Prinzip des Minimalhandlings – alle pflegerischen und ärztlichen Maßnahmen werden so schonend wie möglich durchgeführt, um Stress zu vermeiden und den kleinen Patient:innen lange Ruhephasen zu ermöglichen. „Babys wird das Leben geschenkt – Frühchen müssen es sich erkämpfen“, sagt Diana Vogt stellvertretend für das Team der Neonatologie. Sie hat diese Aktion gemeinsam mit ihren Kolleginnen ins Leben gerufen. „Wir möchten diesen Tag nutzen, um zu zeigen, wie viel Kraft und Mut in diesen kleinen Menschen steckt.“
Referent: PD Dr. med. habil. Timm Seewöster, Oberarzt Innere Medizin und Leiter Rhythmologie
Görlitz, 13.11.2025. Druckgefühl in der Brust, Atemnot, Enge bei Belastung – hinter solchen Symptomen kann eine koronare Herzkrankheit (KHK) stecken. Sie zählt zu den häufigsten Herz- und Gefäßerkrankungen in Deutschland und kann im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt führen.
Wie man Warnsignale erkennt, welche Diagnoseverfahren und modernen Behandlungsmöglichkeiten es gibt, darüber informiert PD Dr. med. habil. Christian Pflücke, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I + Kardiologie und Leiter des Kardiologischen Zentrums am Städtischen Klinikum Görlitz, in einem Vortrag am 25. November 2025 um 17:30 Uhr im Klinikum.
Im Mittelpunkt steht die Früherkennung der koronaren Herzkrankheit. Neben bewährten Methoden kommen im Kardiologischen Zentrum heute hochauflösende Herz-CTs (Computertomographien) und Herz-MRTs (Magnetresonanztomographien) zum Einsatz. Diese bildgebenden Verfahren zeigen das Herz und seine Gefäße sehr genau – ganz ohne Operation oder Katheter. Die Kardiologie und Radiologie am Klinikum arbeiten dabei eng zusammen, um eine präzise und schonende Diagnostik zu ermöglichen.
Auch in der Behandlung verfügt das Klinikum über modernste Technik: In den sogenannten Herzkatheter-Arbeitsplätzen werden feine Schläuche über die Blutgefäße bis zum Herzen geführt, um Engstellen direkt zu behandeln. Je nach Befund können die Gefäße mit einem kleinen Ballon erweitert werden – das nennt man Ballondilatation (PTCA) – und anschließend mit feinen Metallstützen, sogenannten Stents, offengehalten werden.
Bei besonders starken oder verkalkten Engstellen kommen spezialisierte Verfahren zum Einsatz: Bei der „Rotablation“ wird der Kalk mit einem winzigen rotierenden Bohrkopf abgetragen, bei der „Lithotripsie“ mit feinen Ultraschallwellen aufgesprengt. Diese Verfahren ermöglichen eine besonders schonende und sichere Behandlung der Herzkranzgefäße.
Auch Herzrhythmusstörungen können im Zusammenhang mit einer koronaren Herzkrankheit auftreten, wenn die Durchblutung des Herzmuskels gestört ist. Deshalb wird im Kardiologischen Zentrum am Klinikum Görlitz derzeit auch der Bereich Rhythmologie gezielt ausgebaut. Dieser Teilbereich der Kardiologie beschäftigt sich mit der elektrischen Steuerung der Herzfunktion und umfasst die Diagnose und Behandlung von Herzrhythmusstörungen – also Störungen des regelmäßigen Herzschlags.
„Unser Ziel ist es, Herzerkrankungen früh zu erkennen und mit moderner Technik sicher zu behandeln – wohnortnah und auf hohem fachlichen Niveau“, betont PD Dr. Pflücke.